Ich bin ja inzwischen glücklich mit meinen zwei Mädels, aber es war ein langer Weg bis dahin.
Ich hatte 1992 genau am Nikolaustag schon mal eine Fehlgeburt in der 12. Woche. Das Herz hat einfach aufgehört zu schlagen. Es war allerdings in einer anderen Partnerschaft, die dann auch an den Folgen gescheitert ist.
1994 habe ich meinen Mann kennen gelernt und als wir zwei Jahre später geheiratet haben, stand für uns fest, dass wir auf jeden Fall Kinder haben wollen. Sofort!
Als nach einem Jahr immer noch nichts passierte, haben wir uns untersuchen lassen und es wurde fest gestellt, dass mein Mann nur eingeschränkt zeugungsfähig ist. Man sagte uns, dass wir eine Chance hätten wie 6 Richtige im Lotto.

Daraufhin haben wir uns für eine künstliche Befruchtung entschieden. Etwa ein halbes Jahr lang sind wir untersucht und vorbereitet worden, bevor mir dann endlich 3 befruchtete Eizellen eingesetzt worden sind. Nach weiteren zwei Wochen dann das enttäuschende Ergebnis, nicht schwanger!

Ich habe lange gebraucht, um dass zu verarbeiten, denn ich wollte immer Kinder haben (komme selbst aus einer Großfamilie und bin die zweitälteste von insgesamt 8 Kindern) und jetzt sah es für uns so schlecht aus.
Dazu hörte man immer wieder von ausgesetzten oder sogar getöteten Babys und man fragt sich, warum diese Leute Kinder bekommen und wir, die nichts schlimmes getan hatten nicht!
Als ich endlich soweit war, noch mal einen Versuch zu unternehmen, zahlte die KK nicht mehr dafür und eine künstliche Befruchtung wurde zur Privatleistung.

In unserem Fall hätte das ca 4000 DM gekostet, bei einer Chance von 30% das es klappt.
Also hatte sich das erstmal für uns erledigt.
Im Sommer 2001 mochte ich auf einmal kein Eis mehr und mir war immer so schlecht von der Hitze.

Ich hätte ja nie daran geglaubt, dass ich schwanger bin. Ich habe nie nachgehalten, wann ich meine Periode hatte, weil ich ja eh nicht schwanger werde und so war ich dann schon in der 12. Woche, als ich endlich einen Test gemacht habe.
Unsere Freude war dann auch riesengroß und ich konnte endlich wieder in einen Kinderwagen gucken ohne zu weinen.
Zu meinem leidwesen haben wir eine Genveränderung in der Familie (Chromosomenanomalie, die evt. eine Totgeburt hervorruft, ist bei der Geburt meiner jüngsten Schwester festgestellt worden, meine Mutter hat aber 8 gesunde Kinder bekommen) und ich musste erst eine Fruchtwasseruntersuchung machen, um sicher zu sein, dass mit unserem Baby alles in Ordnung ist. Die wurde dann auch in der 16. Woche gemacht und wir mussten ganze drei Wochen auf das Ergebnis warten. Es war die Hölle.
Dann endlich war alles in Ordnung und ich konnte die SS genießen.
Die Geburt war leider nicht so traumhaft. Nach 13 Stunden Wehen keine MM Öffnung und schlechte Herztöne bei der Kleinen. Also Abends um 21 Uhr ein Notkaiserschnitt. Gott sei Dank war alles in Ordnung mir der Kleinen.
Drei Jahre später war ich wieder schwanger, wir haben also so gesehen zwei mal im Lotto gewonnen. Die SS lief ganz gut und ruhig, bis auf ein paar kleine vorzeitige Wehen.
Eine Fruchtwasseruntersuchung haben wir nicht mehr machen lassen, da ich mich nicht, im Falle einer krankhaften Veränderung, für eine Abtreibung hätte Entscheiden können.
Geburt lief leider wieder nicht so optimal. Hatte von nachts um 1 Uhr an Wehen, sind nach Blasensprung morgens um halb sechs ins KH gefahren und habe Abends um 20 Uhr, nach 19 Stunden Wehen und nur minimaler MM Öffnung, wieder einen Notkaiserschnitt machen müssen. Die Herztöne waren im kritischen Bereich und sie musste sofort geholt werden.
Um so glücklicher sind wir dann auch über unsere zwei Mädchen (21 Monate und 4 1/2), auch Zicken genannt.
Wenn mir jemand garantieren könnte, wie man einen Jungen bekommt, würde ich es alles noch mal auf mich nehmen.
Aber wir können nur Mädchen.
Mein Mann war übrigends von Anfang an in alles, außer Stillen, mit einbezogen und hat auch schlimmste Windeln gewechselt.

Auch ist er heute noch dafür zuständig, die Zwei zu Baden und die Kleine ins Bett zu bringen.
Auswärts schlafen tun meine nicht, wenn wir mal weg wollen, kommt eine meiner zahlreichen Schwestern zu uns nach Hause und passt da auf die Zwei auf.
Die Grosse bleibt ab und zu, ganz selten schon mal ein paar Stunden bei meiner Schwiegermutter. Die Kleine war noch nie alleine irgendwo. Sie ist noch ein totales Mamakind.
Entschuldigt, wenn es so lang geworden ist, aber für mich gehört es alles dazu.
Ich wünsche Euch allen, die bald ein Baby erwarten eine schöne Schwangerschaft und eine problemlose Geburt.
lg Heike
Beim nächsten Mal werde ich mich wieder kurz fassen.