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Wir dürften nicht existieren: Wie haben unsere ELTERN bloss überlebt??

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Schon in einem anderen Thread fragte ich, wie wir als Kind haben überleben können. Aber die Frage ist ja noch viel elementarer, wenn ich es recht überlege!

Wieso existieren wir überhaupt – wie haben eigentlich unsere ELTERN überhaupt überleben können??

Die Autos hatten keine Sicherheitsgurte und keine Airbags.
Die "Knautschzone" bei den Autos der 40er, 50er und 60er betrug ungefähr 0,5 cm.
Die Wasserleitungen waren allesamt noch aus Blei.
Sämtliche Möbel und Teppiche dünsteten Schadstoffe ohne Ende aus.
Eine Blinddarmoperation war noch ein echtes Risiko mit bis zu 21 Tagen Krankenhausaufenthalt.
In Krankenhäusern war noch "Äther" ein gängiges Betäubungsmittel - mit allen bekannten Risiken.
Die Spritzen beim Zahnarzt waren große und klobige Mordinstrumente.
Eine Lungenentzündung war noch eine lebensbedrohliche Erkrankung –die modernen Breitband-Antibiotika von heute gab es noch nicht.
"Arbeitssicherheit" war an den meisten Arbeitsplätzen weitestgehend unbekannt.
Die "Arbeitsbedingungen" waren – gerade bei Arbeitern – oft nur katastrophal.
"Feinstaubmessungen" gab es nicht mal im tiefsten Ruhrgebiet.
Das "Trinkwasser" von früher würde heute glatt verboten werden.
Unsere Eltern kannten noch Hunger und Mangelernährung.
Unsere Eltern – wenn wir selbst schon älter sind - haben einen grausamen Krieg überstanden.
Die Väter fanden eine 60-Stunden-Arbeitswoche und Überstunden total normal.
Die Mütter mußten noch mit dem "Waschzuber" richtig schuften bei der täglichen Wäsche.
Das Essen war oft sehr einseitig und nicht "abwechslungs- und vitaminstoffreich", wenn das Geld fehlte.
Die Eltern mußten oft 3 oder mehr Kinder "durchfüttern" – und hatten oft noch Oma und Opa im Haus.
Es gab noch nicht 50.000.000 diverse Putzmittel für "einwandfreie Hygiene" im Haushalt.
Es kam nicht jeden Tag frisches Obst auf den Tisch.
"Entspannung" oder "Urlaub" waren bei vielen einfach nur Fremdworte.
Man konnte nicht einfach schnell mal mit dem Auto zu den Verwandten fahren, oft war eine "halbe Weltreise" mit Bus und Bahn angesagt.

Wenn man sich heute das "moderne, bequeme Leben" mit allen möglichen technischen Errungenschaften anguckt - da ist doch irgendwie erstaunlich, daß sich unsere Eltern auch noch den "Streß" angetan haben, Kinder in die Welt zu setzen, oder?

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creadoo
« am: Dienstag, 06. Juni. 2006, 14:15:09 »

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Re: Wir dürften nicht existieren: Wie haben unsere ELTERN bloss überlebt??
« Antworten #1 am: Dienstag, 06. Juni. 2006, 14:25:52 »

Stimme Dir ganz zu!

Unsere Eltern/Großeltern hatten schon so einiges zu leisten.

Unsere Kinder und Enkelkinder werden dann vielleicht auch mal dasselbe über uns sagen, wenn bis dahin die Erde noch steht icon_wink
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Liebe Grüße
Alexandra
creadoo
« Antworten #1 am: Dienstag, 06. Juni. 2006, 14:25:52 »

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Re: Wir dürften nicht existieren: Wie haben unsere ELTERN bloss überlebt??
« Antworten #2 am: Mittwoch, 07. Juni. 2006, 00:48:28 »

ja schon wahr Zwinker
meine Eltern "residierten" in einer Gartenlaube als ich mich ankündigte
dann in einer Waschküche und kurz bevor ich auf die Welt kam wurden sie in ein Zimmer einer fremden Wohnung zwangseingewiesen.Dort wohnten wir 7 Jahre.Alles spielte sich in einem Zimmer ab.
Später hatten wir eine Wohnung aber weder Kühlschrank,noch Waschmaschine ,wir waren alle 4 1/2 Wochen mit der Waschwoche drann.
Hab es grade vorige Woche meiner Jüngsten erzählt.Zwinker
Das waren 3 Tage harte Arbeit für meine Großmutter und meine Mutter.Die weiße Wäsche wurde im Kessel gekocht,mit dem Wäschestampfer bearbeitet  und dann auf dem Waschbrett  ausgewaschen.
Das Spülen im eiskalten Wasser war besonders im Winter nicht angenehm.
In der heißen Lauge wurden dann die bunten Sachen gewaschen und am Schluß die Arbeitskleidung.Getrocknet wurde auf der Leine draußen (auch im Winter wenn es fror,das machte die Wäsche weich)oder auf  dem Speicher.
Da gab es auch nicht jeden Tag frische Sachen zum Anziehen.
Die Sonntagssachen wurden eh zum Lüften ans Fenster gehangen und dann das nächste mal wieder angezogen und dann gab es noch Schulkleidung und Spielkleidung.
Kleinere Sachen wurden zwischendurch mal im Waschbecken ausgewaschen.
Obst und Gemüse hatten wir im Sommer genug,denn wo es nur ging haben sich die Leute Gärten angelegt.Wir hatten sogar einen auf einem(geräumten) Trümmergrundstück.Untendrunter war noch der Keller.Tomaten,Bohnen Erbsen.... Johannis und Stachelbeeren.....lecker frisch aus dem Garten.Für den Winter wurde eingekocht.
Nur Fleisch gabs nicht so oft Zwinker.
Als Putzmittel reichte eigentlich Schmierseife, Ata und Pril.
Ich war leider Einzelkind,doch unsere Oma war auch mit im Haushalt.
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Gruss von der Hex
creadoo
« Antworten #2 am: Mittwoch, 07. Juni. 2006, 00:48:28 »

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Re: Wir dürften nicht existieren: Wie haben unsere ELTERN bloss überlebt??
« Antworten #3 am: Mittwoch, 07. Juni. 2006, 08:57:33 »


Gewitterhexe, du hast mir gerade einen "Flashback" verschafft.

Bis zum 5. Lebensjahr wohnten wir auch noch bei Oma und Opa, vier Erwachsene und ein Kind in einer kleinen Wohnung von 45 Qudratmeter. Aber irgendwie ging es - abends wurde immer zum Schlafen alles umgeräumt und so. Erst danach kriegten meine Eltern 1963 ihre erste eigene Wohnung in einem "Neubaugebiet", wo ich sogar ein schönes Kinderzimmer hatte.

Ich kenne auch noch die "Waschküche" im Keller mit 2 riesengroßen Bottichen, wo die Wäsche gekocht und mit großen Holzlöffeln immer "umgerührt" wurde.


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creadoo
« Antworten #3 am: Mittwoch, 07. Juni. 2006, 08:57:33 »

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Re: Wir dürften nicht existieren: Wie haben unsere ELTERN bloss überlebt??
« Antworten #4 am: Mittwoch, 07. Juni. 2006, 23:01:41 »

Meine Eltern lebten bis 1959 mit meinen Bruder und mir in einer Wohnküche und Schlafzimmer, der Kessel mit den Windeln auf dem Kohleofen wird mir immer in Erinnerung bleiben.Bis meine Mutter ihre erste Waschmaschine hatte, wurde die Wäsche alle 4 Wochen am Sonntagabend mit Immi in einem Bottich eingeweicht, am Montagmorgen begann dann der Waschtag,überall aus den Häusern konnte man die Wassermotoren mit ihrem unvergesslichem Geräusch hören, es roch auch überall nach Wäsche. Mittags gab es meist einen Eintopf oder es wurde am Sonntag für Montag mit gekocht.Die kleine Wäsche wurde im Bad gewaschenund auch da aufgehangen, die erste Errungenschaft war eine Wäschschleuder und dann so eine halbautomatische Waschmaschine, ich weiß aber nicht mehr wie die funtionierte. Aber da war meine Mutter schon so stolz wie die Queen von England.
Wenn wir unsere Verwandten mit dem Auto besuchen gefahren sind waren das immer sehr zeitaufwendige Reisen, es gab doch noch nicht das Autobahnnetz von heute, da ging es teilweise noch richtig durch jedes Kuhdorf.



LG Petra
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« Antworten #4 am: Mittwoch, 07. Juni. 2006, 23:01:41 »

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Re: Wir dürften nicht existieren: Wie haben unsere ELTERN bloss überlebt??
« Antworten #5 am: Donnerstag, 08. Juni. 2006, 08:49:10 »


Zitat
Die kleine Wäsche wurde im Bad gewaschenund auch da aufgehangen, die erste Errungenschaft war eine Wäschschleuder

Selbst die gab es am Anfang nicht. Da stand in der Waschküchen noch so ein komisches Holzgestell mit 2 Holzrollen und einer schweren Kurbel aus Metall dran. Da konnte man dann die frische Wäsche durchziehen und "vortrocknen", damit das ganze Wasser rauslief.


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« Antworten #5 am: Donnerstag, 08. Juni. 2006, 08:49:10 »

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Re: Wir dürften nicht existieren: Wie haben unsere ELTERN bloss überlebt??
« Antworten #6 am: Donnerstag, 08. Juni. 2006, 21:17:21 »



Selbst die gab es am Anfang nicht. Da stand in der Waschküchen noch so ein komisches Holzgestell


Das war ja schon der Fortschritt, so um 1960, aber diese Dinger standen auch bei uns in der Waschküche.
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creadoo
« Antworten #6 am: Donnerstag, 08. Juni. 2006, 21:17:21 »

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Re: Wir dürften nicht existieren: Wie haben unsere ELTERN bloss überlebt??
« Antworten #7 am: Samstag, 10. Juni. 2006, 01:42:12 »

so eine Mangel hing bei uns auch an der Wand aber wir benutzten sie nicht,denn sie gehörte jemand anderem also hieß es wringen.Bei der Bettwäsche mit  2 Mann (Frauen) Zwinker
und wenn es kalt war wurden die Finger eisig
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creadoo
« Antworten #7 am: Samstag, 10. Juni. 2006, 01:42:12 »

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