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Wilde 60er: Erfindung der Antibabypille und "Make love, not war"

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Wilde 60er: Erfindung der Antibabypille und "Make love, not war"
« am: Freitag, 19. Mai. 2006, 10:25:38 »


Von 1950 bis 1960 hatten sich die Löhne verdoppelt, 1961 lief der fünfmillionste Käfer vom Band, pro Jahr wurden 2 Mio. Fernsehgeräte, 4. Mio. Rundfunkgeräte, 1 Mio. Waschmaschinen und 8 Mio. Armbanduhren verkauft – alle kauften, kauften, kauften, weil sie genug Geld hatten!

1961 erschien die Antibabypille auf dem Markt, es begann die "sexuelle Befreiung" und die Frauen forderten "die Hälfte des Himmels" ein. "Make love, not war" wurde plötzlich ergänzt durch "Wer zweimal mit der gleichen pennt, gehört schon zum Establisment". Feinstrumpfhosen waren parallel dazu der letzte Schrei und die Röcke wurden immer kürzer.

Die allgemeine Prüderie ließ nach, obwohl Filme von Oswald Kolle immer noch für Zoff sorgten, Homosexualität immer noch verboten und der Paragraph der "Kuppelei" immer noch in Kraft war. Schon gegen Ende der 60er Jahre wurde Sex zu einer Ware; Filme, Bücher und Zeitschriften zu diesem Thema waren überall erhältlich.

Parallel tauchte Anfang der 60er Jahre die "Beatmusik" auf und sorgte für neuen Zündstoff. Der Beat war härter, lauter und schräger als alles, was die Deutschen bis dato gehört hatten – und die Jugendlichen liebten diese Musik! Was da aus den Vereinigten Staaten von Amerika und speziell aus Liverpool herüberschwappte, war nicht mehr zu bremsen – auch wenn die Erwachsenen vor dieser Musik vehement warnten und von einer "sittlichen Verwahrlosung" und "Verbot dieser Dschungelmusik" sprachen.

Natürlich gab es auch auf der anderen Seite die "härtere" Gangart in Form der Studentenbewegungen. Hier lautete die Parole "Macht kaputt, was euch kaputt macht!", um eine Gesellschaft ohne Zwang und ohne Autoritäten aufzubauen – und die Vorbilder waren Che Guevara und Ho Chi Minh. Rudi Dutschke, 1967 Anführer der Studentenbewegung, Fritz Teufel und Rainer Langhans stehen hier stellvertretend für viele "Revoluzzer", die auch mit illegalen Mitteln einen noch radikaleren Umbruch in der Gesellschaft erzwingen wollten. Im krassen Gegensatz dazu standen dann gegen Ende der 60er Jahre Tausende von Jugendlichen, die ihren persönlichen Seelenfrieden bei indischen und anderen fernöstlichen Gurus und Heilspropheten suchten. Plötzlich tauchten überall die Hare-Krishna-Jünger auf, die in den Einkaufspassagen standen, heitere Musik spielten und die Mitmenschen davon überzeugen wollten, daß es so enorm wichtig ist, "eins mit dem Universum" zu werden und das eigene Ich herauszulassen.

Und trotz allem negativen: Es war einfach nur SCHÖN!


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creadoo
« am: Freitag, 19. Mai. 2006, 10:25:38 »

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