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Phänomen: Als die "Entfernungen" für uns Kinder alle noch kleiner waren

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Autor Thema: Phänomen: Als die "Entfernungen" für uns Kinder alle noch kleiner waren  (Gelesen 848 mal)
Nostalgiker
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« am: Freitag, 06. Juli. 2007, 09:49:51 am »


Vorgestern habe ich anläßlich eines Einkaufs über ein seltsames Phänomen nachgedacht.

Ich gehöre gottlob nicht zu den Typen, die für den Brötchenkauf das Auto benutzen, wenn die Bäckerei nur 200 m entfernt ist. Ich lasse das Auto auch mal stehen und gehe zu Fuß einkaufen. Aber vorgestern ging ich zu Fuß zum REAL, der ungefähr einen Kilometer entfernt ist - und das kam mir dann doch schon "weiter" vor.

Und da dachte ich an meine Kindheit. Meine Güte, mein einfacher Schulweg betrug 2 Kilometer, und den bin ich jeden Tag gegangen! Wenn es in unserem Tante-Emma-Laden in der Siedlung etwas nicht gab, mußte ich zu Fuß zur "Hauptstraße" gehen und dort einkaufen - und das waren auch ungefähr auch 2,5 Kilometer einfache Strecke! Wenn wir als Kinder zum Spielen an den Rhein gegangen sind, waren es sogar über 3 Kilometer einfache Strecke bis zu unserem "Lieblingsspielplatz". Im Sommer ging es immer an das 3 Kilometer entfernte "Baggerloch" - natürlich zu Fuß und mit Decke, Tasche, Schnorchel, Schwimmflossen und Taucherbrille. Alternativ war immer das Fahrrad das ultimative Fortbewegungsmittel, wenn das Wetter es zuließ.

Wenn ich als Kind und Jugendlicher zum Eishockeytraining ging, mußte ich ständig die riesige, schwere Tasche und 2 Eishockeyschläger schleppen und fünfmal in Bus und Bahn umsteigen, ehe ich am Eisstadion war - aber das war irgendwie total normal und keinen Gedanken wert.

Als Kind hatte ich niemals das Gefühl, das sei eine Entfernung - für mich war das irgendwie alles gleich "nebenan" und völlig normal, diese Wege zu Fuß zurückzulegen. Und selbst wenn wir als Kinder im Sommer den ganzen Tag von morgens bis abends kilometerweit mit dem Fahrrad unterwegs waren, um neue Spielgelegenheiten auszuforschen - es kam mir niemals wie "Entfernung" vor. Und heute scheinen sich die Wege mit zunehmendem Alter immer weiter auszudehnen.

Habt Ihr ähnliche Erfahrungen? Versteht Ihr, was ich damit ausdrücken will?

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Heike1970
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Heute schon gegooglet ? ;-))

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« Antwort #1 am: Freitag, 06. Juli. 2007, 12:36:44 pm »

Hallo Nostalgiker

Da ist wohl was wahres dran.

Ich bin früher auch so manche Stecke zu Fuss oder mit dem Rad gefahren, z.B. musste ich mit meiner Schwester zusammen in die Nachbarstadt zum Zahnarzt, um unsere Zahnspange nachstellen zu lassen. Das waren fünf bis sechs Kilometer, also rund eine Stunde Fussmarsch. Die Strecke liefen wir alle paar Wochen ohne zu murren.
Zum Schwimmen fuhren wir ca 10 km mit dem Rad zum See und es machte uns überhaupt nichts aus.
Ich muss aber sagen, dass ich heute ein Kind in dem Alter, wir waren damals 12/13 gar nicht mehr alleine laufen lassen würde. Da wäre mir das Risiko zu groß, dass etwas passiert.
Auch liefen wir in durchs Feld oder durch den Wald, um Freundinnen zu besuchen. Das waren auch so 2-3 Kilometer. Das war halt "normal".
Wir waren zu der Zeit sieben Kinder und meine Mutter hätte uns gar nicht alle überall hinfahren können, wie das heute üblich ist.
Wenn sich meine Tochter (5) heute mit einer Kindergartenfreundin trifft, dann gucken mich die Kinder schon blöd an, wenn ich zu Fuss vor der Türe stehe, um sie abzuholen.
Aber seitdem ich meine Töchter habe, nutze ich für kurze Strecken lieber den Kinderwagen und gehe zu Fuss. Bis ich zwei Kinder im Auto angeschnallt habe bin ich schon halb da.

Wenn ich aber alleine mal schnell zum Einkaufen muss (ca 1 km), nehme ich lieber das Auto.  :oops:

Ich denke, es ist aber auch Gewohnheit. Wenn man nicht immer ein Auto zur Verfügung hätte, würde man auch solche Strecken wieder laufen. Weil ich nie auf die Idee käme mit dem Bus zu fahren.

lieben Gruß Heike
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rebara
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« Antwort #2 am: Samstag, 07. Juli. 2007, 12:45:13 pm »

Ja, ich kenne das auch zu gut! Früher hab ich mir aus der Nachbarschaft immer Hunde ausgeliehen und bin ab in die Felder und Wälder der Umgebung. Und dabei wirklich kilometerweit gelaufen! Später im Teeniealter bin ich regelmässig nach Frankfurt geradelt, das war eine von Strecke 25 km.

Heute bin ich dermassen lauffaul geworden... Mit meiner alten Emma (Wuffi) ging ich auch noch größere Runden, heute geh ich gaaaaanz selten mal ne große Runde mit meinem Wochenendehundi zu Fuss, da muss dann mein Stütchen herhalten.  :D

Einkaufen erledige ich eigentlich auch nie zu Fuss, sondern immer auf dem Weg irgendwohin, wenn man eh mit dem Auto unterwegs ist... Brötchen würde ich auch nie mit dem Auto holen, die Bäckerei ist hier im Haus und das Auto steht meist weiter weg :D.
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Man kann ohne Pferde leben, aber es lohnt sich nicht
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darknightmare
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« Antwort #3 am: Dienstag, 10. Juli. 2007, 09:13:09 am »

Hallo Nostalgiker,

das kenne ich auch. Was haben wir früher alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad gemacht........... Das Auto wurde nur zu besonderen Fahrten genutzt, wenn denn überhaupt eines da war.

Und heute nutzt man für jeden F...... das Auto. ich wohne in einem Dorf mit 500 Einwohnern und ohne Einkaufsmöglichkeit. Da geht es gar nicht anders. Wenn ich dann mal mit dem Fahrrad ins Nachbardorf fahre (gut 3 Kilometer), bin ich schon bestaunenswert. Hin geht es ja - da geht es bergab. Aber zurück - nur bergauf. Echt anstrengend. Aber was macht man nicht alles, um das Auto nicht unbedingt anzuwerfen.

Darknightmare
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Die Welt hat nicht auf mich gewartet, aber sie hat mich verdient.
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Tinchen650
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« Antwort #4 am: Dienstag, 10. Juli. 2007, 13:12:48 pm »

Huhu,

ja da ist wirklich was wahres dran.

Früher habe ich mir auch die Haken abgerannt zum nächsten Tante Emma Laden, da ein
Auto nicht den ganzen Tag verfügbar war, weil Mutter oder Oma noch schnell was brauchten.

Gut heute fahre ich auch mit dem Auto zum Einkaufen, da ich hoch droben auf einem Berg wohne
und der Ort weit unten liegt. Will man nur mal was essen oder trinken dort (wie z.B. Kirmes )dann nehmen
wir den Fußweg.  Dann ist man nämlich gleich wieder nüchtern, wenn man oben ist.  :D

Allerdings muß ich mich einer Vorrednerin anschließen, heute ist es auch gefährlicher, die Kids alleine laufen
zu lassen. Hier würde das auch keiner mitbekommen, wenn jemand die Kids in den Wagen zerrt.


LG Tinchen
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Die beste Stelle, eine helfende Hand zu finden, ist am Ende des Armes.
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bossin
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« Antwort #5 am: Sonntag, 15. Juli. 2007, 13:43:47 pm »

Meine Mutter hat früher mit dem Fahrrad die Einkäufe für 6 Personen aus der 8 km entfernten Stadt geholt.jeden Donnerstag,für meinen Bruder und mich war das ein Freudentag,dann gab es Süßigkeiten.Auch ich versuchemoglichst wenig mit dem Auto zufahren und wenn dann mehrere Fahrten zusammen zulegen.Übrigens nicht unbedingt eine Frage von Benzin sparen ich fahre Ente(Citroen 2CV:)
Ja, wegen meines Autos werde ich oft schon von Kindergartenkindern ausgelacht,die stinkt,ist laut und hat keine Klimaanlage usw.
Komme ich gar mit Fahrrad und Anhänger geht es nicht ohne Kommentar.Gruß Bossin
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gewitterhex5
Hyperblubbel
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« Antwort #6 am: Sonntag, 15. Juli. 2007, 16:18:06 pm »

als Kind bin ich stundenlang im Wald herumgelaufen und jeden Tag in den nächsten Ort zur Schule.. das Fahrrad  war ständig im Gebrauch.. auch für wochenlange Touren..
ein Auto hatten wir nicht
ja heute ist man bequem geworden.. zähle mich auch dazu :(
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Gruss von der Hex

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