Gefühle, die nicht wiederkommen: Die "Bescherung" zu Heiligabend

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Autor Thema: Gefühle, die nicht wiederkommen: Die "Bescherung" zu Heiligabend  (Gelesen 1377 mal)
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« am: Freitag, 05. Mai. 2006, 08:27:31 am »

24. Dezember 1966, 16.45 Uhr. Ich bin 9 Jahre alt. Ich laufe, natürlich "fein angezogen", unruhig in meinem Kinderzimmer auf und ab und warte, daß es endlich 17.00 Uhr wird. Den Weihnachtsbaum habe ich noch nicht gesehen, die Wohnzimmertür ist zu und das Wohnzimmer ist seit heute morgen "Sperrgebiet" und streng verboten für mich. Ich halte diese Spannung nicht mehr aus, ich war schon den ganzen Tag unruhig und konnte mich nicht aufs Spielen konzentrieren!

Dann ist es endlich soweit! Oma öffnet die Kinderzimmertür und klingelt mit einem kleinen Glöckchen in der Hand. Aus dem Wohnzimmer höre ich lautes Glockengeläut und dann den Anfang des Liedes "Stille Nacht, Heilige Nacht" – so fing immer unsere Weihnachtsplatte an. Etwas verlegen ging ich an Omas Hand ins Wohnzimmer, wo schon meine Eltern und meine anderen Großeltern standen. Der riesige Weihnachtsbaum mit den vielen Kerzen! Die vielen, vielen verpackten Geschenke rund um den Baum! Der prall gefüllte Weihnachtsteller! Die große Weihnachts-Krippe auf dem Wohnzimmertisch, auch von Kerzen beleuchtet!

Die Erwachsenen schauten mich alle erwartungsvoll an. Immer noch etwas verlegen stellte ich mich vor den Baum und sagte das gelernte Weihnachtsgedicht auf. Als ich fertig war, klatschten alle. Wir umarmten und küßten uns und wünschten uns "Frohe Weihnachten".

Und dann löste sich endlich die Spannung und ich konnte mich auf die vielen, bunt verpackten Pakete stürzen! Und ich war das GLÜCKLICHSTE Kind auf dieser Erde! Und nach der Bescherung gab es dann das große "Weihnachtsessen" - mit festlich gedecktem Tisch, funkelndem Geschirr und großen Kerzenständern.

Sagt selbst: Hat man in seinem späteren Leben je wieder diese wahnsinnige, unheimlich intensive Gefühl gespürt, was man in seiner frühen Kindheit bei der Bescherung hatte? Diese innere Wärme, wenn die ganze Familie vor dem Weihnachtsbaum vereint war? Diese irre Spannung vorher, das Gefühl, daß die Zeit überhaupt nicht vergehen will?

Bei meinen Kindern habe ich diesen Brauch aufrecht erhalten – und obwohl sie erst 15 und 17 sind, erinneren sie sich schon mit Freude an unsere Weihnachtsfeste in ihrer frühen Kindheit zurück.

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bossin
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« Antwort #1 am: Freitag, 05. Mai. 2006, 20:27:40 pm »

Oh,auch unsere Tochter erzählt oft von den Weihnachtsfesten der Vergangenheit,mich macht es dann immer ganz stolz.Als Kind sagte sie einmal in der Adventszeit im Geschäft:Mama warum gibt es hier denn all die Sachen zukaufen,bei uns bringt die doch das Christkind."Toll,habe ich gedacht.Leider lässt sich das bei unserem 5jährigen Sohn nicht mehr aufrechterhalten,gibt es doch schon Spekulatius Ende August.Mama meinte er letzthin die Geschenke kann man doch alle kaufen und du legst sie dann unter unseren Baum.Schade eigentlich.Liebe Grüße Gisela P. :coffee:
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Bine
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« Antwort #2 am: Freitag, 05. Mai. 2006, 21:13:59 pm »

Bei uns war der heilige Abend auch was ganz besonderes. Meine Geschwister und ich musten immer in die obere Etage und warten bis das Christkind da war. War es dann ENDLICH soweit ertönte von unten ein Glöckchen, für uns das Startzeichen, wir dürfen nach unten. Wir gingen in die "gute Stube " der Baum war wunderschön geschmückt, mit echten Kerzen und Wunderkerzen . Das war so toll :! :! :! Jeden wurde es noch feierlicher zumute, auch mir mit meinen 6 oder 7 Jahren. Ich kann mich ganz genau daran erinnern.
Wir sangen Weihnachtslieder danach laß Oma uns die Weihnachtsgeschichte vor.
Danach gab es Weihnachtsgeschenke. Was habe ich mich gefreut als ich meine Lieblingspuppe ( mein wirklich heißgeliebtes Schlummerle ) ein neues Kleid und eine Mütze anhatte. Beides leibevoll von meiner Mutter gestrickt. ( habe ich sehr viel später erfahren ).  Auserdem gab es noch ein Spiel, ich weiß gar nicht mehr wie dies hieß. Es war ein Pilz, den Pilzkopf muste man abmachen wenn man damit spielen wollte. Man hatte ein größeres runde Plättchen ich würde mal sagen so 50 Centstück groß, mit dem muste man durch geschicktes anklicken kleinerer Plättchen, so 5 Centgroß. es schaffen die kleinen Plättchen in den Pilzstamm hüpfen zu lassen, wer zuerst alle seine Plättchen darin hatte, hatte gewonnen. Wir alle spielten dies mit Begeisterung. All dies machte den Zauber von Weihnachten aus.
Schade das man sich den Zauber als Erwachsener nicht " rüberretten " kann. Auch wenn man sich an leuchtenen Kinderaugen erfreuen kann, so hat man doch nicht mehr dieses tolle intensive Gefühl der Kindheit.

Liebe Grüße
von
Bine
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gewitterhex5
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« Antwort #3 am: Freitag, 05. Mai. 2006, 22:45:32 pm »

Bine das war Flohhops ;)
ja Weihnachten
das war etwas ganz besonderes auch wenn es wenige Geschenke gab
schon vor Weihnachten waren die Puppen merkwürdigerweise verschwunden
sie saßen dann frisch eingekleidet unter dem Baum.
Eimal gab es einen Kaufladen(mein Vater hat ihn gebaut)
der wurde dann auch aufgefüllt
einmal gab es eine Puppenstube(mein Vater hat sie beim Nachbarn gebaut und seine Mädel haben später gepetzt)
aber ich wollte es nicht glauben.
Wir hatten zwar nur einen kleinen Baum aber auch mit echten Kerzen.
Als ich so 14 oder 15 war wollte meine Mutter keinen Baum mehr,sie schmückte das Sidebord nur mit Tannengrün und stellte die Krippe auf
Da brach für mich fast eine Welt zusammen.
Mein Mann wollte auch keinen Baum mehr aber
bei mir gibt es auch heute noch einen Weihnachtsbaum,auch wenn er jetzt ganz klein ist ;)und immer einen frischen,keinen unechten und meine Krippe wird aufgebaut.
Gruß von der Hex
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Gruss von der Hex

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Bine
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« Antwort #4 am: Freitag, 05. Mai. 2006, 22:52:24 pm »

Danke Hex,
jetzt wo ichs gelesen habe das es Flohhops waren kam gleich
der ach ja Gedanke.

Liebe Grüße
von
Bine :ballon:
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marionb69
Gast
« Antwort #5 am: Samstag, 06. Mai. 2006, 08:31:40 am »

Ja, in der Kindheit war Weihnachten sooooooo schön!
Weihnachten war auch immer ein riesen Familienfest, mit Großeltern und Tanten, Onkels und Cousins....und von jedem gab's Geschenke und wir waren vorher wahnsinnig aufgeregt und die Zeit bis zur Bescherung hat sich so lange hingezogen.
Erst haben wir mit meinem Opa zusammen den Weihnachtsbaum geschmückt, dann haben wir meiner Oma in der Küche geholfen, dann mußten wir in die Badewanne und wurden Klamottentechnisch aufgehübscht und dann wurde auch erst noch gegessen....puh...was für eine Geduldsprobe das immer war  :D


Lieben Gruss
Marion
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« Antwort #6 am: Samstag, 06. Mai. 2006, 12:49:56 pm »


Ins Wohnzimmer durfte ich ja nie....das war ja streng verboten. Aber ich weiß noch, daß meine Mutter und meine Oma schon sehr früh in der Küche standen und immer die leckeren Sachen für das Weihnachtsessen vorbereiteten. Das waren dann immer so tolle Sachen wie selbstgemachten Rotkohl und Wild mit vielen Pilzen und so.....da wurde dann stundenlang geköchelt und gemacht und getan....


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Nostalgiker
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« Antwort #7 am: Samstag, 11. November. 2006, 08:29:02 am »


mal nach oben geschubst....
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rebara
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« Antwort #8 am: Samstag, 11. November. 2006, 19:09:31 pm »

Also als ich klein war, gingen wir an Heiligabend immer in die Kirche. (Das einzige Mal im Jahr). Auf der Rückfahrt musste meine Mutter immer ganz fürchterlich dringend aufs Klo und mein Vater hat sie schon mal rausgelassen, bevor er das Auto in die Garage fuhr. Merkwürdigerweise trödelte er dann auch immer noch, obwohl das sonst nicht seine Art war.

Als wir dann endlich nach oben kamen, hatte es nach Aussage meiner Mutter grade im Wohnzimmer gebimmelt! Und siehe da, sie kam grade aus dem Bad und das Christkind hatte die Weihnachtsplatte und den Tannenbaum angemacht... Und ich hatte es mal wieder grade so verpasst! Was hab ich mich jedes Jahr geärgert, daß wir immer so knapp zu spät kamen :D Ich habe relativ lang geglaubt, daß es wirklich Zufall war. Und das Chrstkind habe ich desöfteren gegen besser aufgeklärte Freunde verteidigt was das Zeug hält!

Als ich dann etwas älter war, hab ich immer gehofft, es dauert noch ein bißchen, weil ich selbst noch am Geschenke verpacken war... Wie leider heute noch, schon damals immer auf den letzten Drücker....
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Supermutti
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« Antwort #9 am: Sonntag, 12. November. 2006, 16:33:47 pm »

Hallo,
auch ich erinnere mich an viele schöne Heiligabende!
Mal waren wir bei uns zu Hause, mal bei meiner Oma.
Ich weiß ein Jahr, da trafen wir sogar den Weihnachtsmann auf dem Weg von der Kirche nach Hause.
Nur mein Paps war mit in der Kirche, meine Ma mußte " kochen " und wie ich später erfuhr noch andere wichtige Aufgaben erledigen. Es war eine tolle Zeit, und ich habe mir geschworen, ich möchte es auch für meine Kinder so spannend gestalten.
Heute sind die beiden 10 und 7 und wie in jedem Jahr sind sie schon jetzt aufgeregt. Der Baum wird immer abends geschmückt wenn die Kids zu Bett sind ( denn das machen bei uns die Engel oder so!) und das Wohnzimmer ist wie durch Zauberei den nächsten Tag verschlossen. Schon das macht es so spannend. Sie gucken immer durchs Schlüsselloch und meinen da lief eben einer.....! Die Große glaubt seit dem letztem Jahr nicht mehr an den Weihnachtsmann und die Kleine wohl leider auch nicht mehr so richtig.
Ein großes Lob bekam ich von der Großen, die dann zu mir sagte, wir hätten es aber immer alles ganz toll gemacht. Und an Heiligabend glaubt selbst sie wieder an den guten alten Weihnachtsmann, weil es soooo schön ist!
Das sind dann die Momente die mich auch wieder an frühere Weihnachten zurück denken lassen!

LG
Supermutti
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