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Früher: geringere Ansprüche, Geld auf's Sparbuch tragen, keine Kredite

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Immer, wenn ich die Vergangenheit Revue passieren lasse, fallen mir in unserer Verwandtschaft folgende Sachen auf:

1.) Die Ansprüche waren geringer, man mußte nicht ständig das neueste haben. Standardsprüche waren stets "Der Fernseher tut es noch", "Wozu brauchen wir eine neue Kaffeemaschine, wenn die alte noch in Ordnung ist?" und so weiter.

2.) Kredite waren absolut tabu!

3.) Bei teureren Anschaffungen wurde erst gespart und dann bar bezahlt.

Meine Eltern arbeiteten beide und haben gespart, gespart, gespart. Das neue Kinderzimmer, das neue große Auto, das teure Wohnzimmer: Erst gespart, dann gekauft und sofort bar bezahlt. Wahlspruch meiner Eltern: "Man kann nicht alles haben, was andere haben und sich nur das kaufen, was man sich leisten kann. Und wenn man es sich nicht sofort leisten kann, dann muß man halt sparen!" Das Geld für den Führerschein mußte ich mir durch Ferienjobs selbst verdienen - aber als ich den Führerschein hatte, schenkten sie mir mal eben so einen gebrauchten VW Käfer für 4.500 Mark!

Meine Großeltern wohnten fast schon ärmlich, weil sie sich nie von Sachen, die noch in Ordnung waren, trennen konnten. Aber sie hatten Geld auf dem Konto, daß einem schwindlig wurde! Als die ersten Fernseher in den 50ern rauskamen (und noch schweineteuer waren!): Geld abgeholt und bar bezahlt! Als das Enkelkind - also ich - fleißig jeden Monat für ein Motorrad sparte: mal so schnell den fehlenden Rest in Höhe von 3.000 Mark zum Geburtstag einfach geschenkt!

Aber: Können "normale" Familien mit Kindern heute bei diesen Lebenshaltungskosten noch so viel zurücklegen wie früher?? Ich meine: NEIN! Die Zeiten, wo man als Alleinverdiener zwei Kinder großzieht und jeden Monat noch hunderte von Euro (damals eben Mark) sparen kann, die sind doch wohl vorbei - wenn man nicht gerade Großverdiener ist.

Oder wie seht Ihr das?


Nostalgiker
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creadoo
« am: Samstag, 14. Juli. 2007, 09:05:10 »

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Re: Früher: geringere Ansprüche, Geld auf's Sparbuch tragen, keine Kredite
« Antworten #1 am: Sonntag, 15. Juli. 2007, 13:10:47 »

Genauso wie du die Situation beschreibst war es bei meinen Großeltern und ist es bei meinen Eltern immer noch.obwohl ich die ganze Sache objektiv wohl nicht ganz realistisch beurteilen kann,glaube ich das geht in der heutigen Zeit nicht mehr.Schon gar nicht seid dem Euro.Unsere Lebensituation gestaltet sich ewas anders,bei uns ist auch nur ein Verdiener.Wir wohnen aber bei meinen Eltern im Haus,zahlen einen Unkostenbeitrag statt Miete.nebenkosten haben wir auch.Es gibt einen großen Gemüsegarten,ebenso einen Obsthain.Im Keller Regale voller Obst.In der Kühltruhe befindet sich unter anderem Fleisch von glücklichen Tieren gehalten und geschlachtet vom Nachbarn.Hühner haben wir selber.Natürlich macht das ALLES viel Arbeit,aber ich brauche meißt nicht mehr als 50 Euro in der Woche zum einkaufen.Ach ja,unsere Familie besteht aus 4 Erwachsenen und einem Kind und einem großen Hund.Liebe Grüße Bossin
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creadoo
« Antworten #1 am: Sonntag, 15. Juli. 2007, 13:10:47 »

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Re: Früher: geringere Ansprüche, Geld auf's Sparbuch tragen, keine Kredite
« Antworten #2 am: Sonntag, 15. Juli. 2007, 16:46:20 »

ja so kenn ich das von meinen Eltern auch
sie haben nie einen Kredit aufgenommen..
Garten hatten und haben sie auch,es gab keine elektischen Gerärte ausser einem Radio und Herd,später einen Staubsauger,Auto gab es keins..
meine Mutter ist noch heute sehr sparsam..
und obwohl mein Vater nur eine kleine Pension hat kommen sie super aus
Mein Mann hat zum Glück immer ganz gut verdient so dass wir auch mit einem Verdienst und 5 Kindern über die Runden kamen.. aber große Spünge waren da auch nicht drinn,
allerdings hab ich dann viel auf Abzahlung gekauft weil ich es einfach nicht auf einmal hinlegen konnte

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Gruss von der Hex
creadoo
« Antworten #2 am: Sonntag, 15. Juli. 2007, 16:46:20 »

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Re: Früher: geringere Ansprüche, Geld auf's Sparbuch tragen, keine Kredite
« Antworten #3 am: Montag, 16. Juli. 2007, 14:37:56 »

Oh ja, das nervt mich auch heutzutage. Alles haben wollen und immer schön auf Kredit! Und dann kommt irgendwann ein Schuldenberater, man geht in dieses Schulnderverfahren und irgendwann (nach 7 Jahren?) sind die Schulden dann alle wieder weg. Aber lernt man so, mit Geld umzugehen?
Ich bin auch so erzogen worden: erst sparen, dann kaufen! Auf solche Ideen, irgendwas auf Kredit zu kaufen, wäre man früher gar nicht gekommen. Meine erste eigene Wohnung habe ich mir vom erspartem Taschengeld eingerichtet, zumindest das Nötigste. Kleinere Sachen bekam ich von meinen Eltern geschenkt oder habe mir manches nach und nach dazu gekauft, so wie es eben ging. 

Außerdem: Müssen heutzutage 6-järige Kinder UNBEDINGT ein Handy haben? Wozu bitteschön? Und muß man als Jugendlicher unbedingt Klamotten haben, die schweineteuer sind nur weil so ein bekloppter Name drauf steht??? Erstens finde ich diesen ganzen Kommerz total oberflächlich, es zählen nur die Klamotten und die Luxusgüter die den Menschen umgeben und nicht mehr Mensch an sich, und zweistens, welche Eltern können sich sowas heutzutage leisten, ihren Kindern jeden Monat hunderte von Euros in den A.... zu schieben? Und dann die jungen Eltern heutzutage, die man immer in diesen Fernseh-Reportagen sieht, Schulden über beide Ohren, 2 oder 3 kleine Kinder, können den Kindern angeblich nichts zu Essen kaufen bzw. nichts bieten, aber im Hintergrund sieht man Flachbildschirm, tolle Anlage, Playstation, DVD Rekorder und die Aschenbecher sind bis zum Überlaufen gefüllt, sprich für Zigaretten ist noch Geld oder wie? Und neben den zigaretten liegt der Versandkatalog, aus dem man sich auch wieder auf Pump Sachen bestellen kann.....

Fange gerade an, mich richtig darüber aufzuregen, also lassen wir das lieber.... 

Gruß
Schmerle
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creadoo
« Antworten #3 am: Montag, 16. Juli. 2007, 14:37:56 »

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Re: Früher: geringere Ansprüche, Geld auf's Sparbuch tragen, keine Kredite
« Antworten #4 am: Montag, 16. Juli. 2007, 22:01:40 »

so wurden wir auch erzogen. Mein Vater war Alleinverdiener und wir waren 3 Kinder, meine Mutter war Hausfrau. Viel Geld hatten sie nicht, aber sie haben uns alle gut groß gezogen. Klar konnten wir Kinder keine großen Ansprüche stellen, aber wir waren trotzdem zufrieden.

Heute kann man als Alleinverdiener kaum eine Familie ernähren. Und die Kinder werden dermaßen materiell erzogen, das es schon kaum noch normal ist. Deshalb wird auch so viel auf Pump gekauft, weil man immer das Neuste und Beste haben muß.

Früher wurden die Sachen eben nur neu gekauft, wenn sie wirklich kaputt waren, und nicht, weil die Farbe vielleicht gerade aus der Mode ist.

LG Andrea
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Der verlorenste Tag aller Tage ist der, an dem Du nicht gelacht hast!!!

creadoo
« Antworten #4 am: Montag, 16. Juli. 2007, 22:01:40 »

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Re: Früher: geringere Ansprüche, Geld auf's Sparbuch tragen, keine Kredite
« Antworten #5 am: Donnerstag, 03. Januar. 2008, 07:34:33 »

Hallo Nostalgiker!

Doch!!!
Ich denke das es sehr gut möglich ist SO zu leben!!!

Vielleicht ist es nicht mehr möglich hunderte Euros wegzulegen, aber man kann sparen und einen Haushalt auf "altmodische" Weise führen! icon_wink

Ich habe drei Söhne im Alter von 16,9 und 7 Jahren. Mein Mann ist Alleinverdiener und wir leben so wie du es von früher kennst.

Ich handarbeite viel (nähen und stricken) und bin so nicht darauf angewiesen ständig Kleidung von der Stange zu kaufen. Ich stopfe Socken und repariere schadhafte Stellen in der Kleidung und lege keine Wert auf den neusten Firlefanz der Unterhaltungsindustrie.
Sogar in der Küche hantiere ich wie "anno dazumal". Ich backe Brot und Kuchen selber und koche nach altmodischen Rezepten die ohne Maggi und Co auskommen.
Obwohl mein Mann Alleinverdiener ist zahle ich jeden Monat Geld aufs Sparbuch ein damit wir bei Bedarf etwas "Bar" bezahlen können. Außer unser Haus ist nix per Kredit finanziert und unsere Konten bewegen sich alle im Guthabenbereich. icon_lol
Ich versuche grundsätzlich so viel wie möglich selber zu machen. Auf unserem kleinen Grundstück habe ich einen Kräutergarten und einen kleinen Gemüsegarten der unsere Haushaltskasse merklich entlastet.

Dabei geht es mir nichtmal darum "geizig" zu sein. Es ist eher so das mir das heutige Konsumverhalten fürchterlich auf die Nerven geht. icon_rolleyes
Früher war es so das der Grundsatz galt "Zuerst das Notwendige, dann das Wünschenswerte"
Da würde übers Jahr gespart und im Herbst wurde dann geguckt wer was am dringensten braucht. DAS wurde dann gekauft!
Heute sieht es so aus das man Klamotten "made in China" hinterher geworfen bekommt und manche Leute eher Sachen wegwerfen als sie zu waschen! icon_eek
Hauptsache man kann kaufen! icon_confused
Früher mußte man für einen Mantel fast ein Monatsgehalt aufwenden und dann würde er auch nicht irgendwann endsorgt sondern noch umgearbeitet und wenn der Stoff nicht mehr zu gebrauchen war konnte man immer noch das Rad damit putzen.
Heute wird sich ja sogar dafür ein extra Läppchen gekauft! icon_rolleyes

Also meine Familie und ich sind froh das es bei uns nicht so läuft. Für mich bedeutet so eine Lebensführung zwar erheblich mehr Arbeit aber ich habe dafür ein gutes Gefühl und das zählt!!!

LG Andrea
creadoo
« Antworten #5 am: Donnerstag, 03. Januar. 2008, 07:34:33 »

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Re: Früher: geringere Ansprüche, Geld auf's Sparbuch tragen, keine Kredite
« Antworten #6 am: Mittwoch, 09. April. 2008, 12:46:53 »

Aaahhh, da habe ich einen schönen Beitrag rausgekramt 

Ich sehe das in etwa so wie Benja. Auch ich wurde so erzogen und habe versucht es auch so gut wie es ging an meine beiden Söhne weiterzugeben.

Schulden machen ist nicht (ausser für Anschaffung einer Immobilie).
Wir kämen nie auf die blöde Idee ein Auto oder gar eine Wohnungseinrichtung / PC oder auf Kredit zu kaufen.
Es ist eine Einstellung die man sich ohne Weiteres aneignen kann, man muss es nur wollen.

Jammern ist zu einen Volkssport geworden.
Immer wieder stelle ich fest, dass gerade die Leute Jammern keine Rücklagen bilden zu könnne, die ständig die neuesten Sachen haben/müssen, weil ja das T-Shirt nnnuuuuurrrrrrr 2,99 Euro gekostet hat und der DVD Rekorder war sowieso ein Angebot und wenn ich sehe wie viele junge Leute an der Supermarktkasse dem 2jährigen Kind so nebenbei mal ein Tüte Gummibärchen o.ä. in die Hand drücken, nur damit es nicht rumquengelt.......

Bei mir werden z.B. T-Shirts die ausgewaschen, fleckig oder beschädigt sind erstmal noch für Putz-und Gartenarbeiten angezogen und wenn gar nimmer geht als Putzlappen verwendet.


Mein Motto lautet: Kleinvieh macht auch Mist

Also denn lasst mal diesen Thread wieder aufleben.

Liebe Grüße (damit will ich nicht sparsam sein )
Rita


                   





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creadoo
« Antworten #6 am: Mittwoch, 09. April. 2008, 12:46:53 »

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Re: Früher: geringere Ansprüche, Geld auf's Sparbuch tragen, keine Kredite
« Antworten #7 am: Mittwoch, 09. April. 2008, 13:37:46 »

Kredit für ein Haus: okay. Wenn man das zusammen sparen wollte könnten die Erben es sich kaufen weil man es selber nicht mehr erlebt. Für ein Auto: gerade noch so. Aber nicht weil man den neuen Mercedes SL haben will, sondern weil vielleicht auf Grund von Familienzuwachs ein größeres Auto braucht und derzeit ja teilweise die Autokredite sogar ohne Zinsen angeboten werden. Aber da hat es sich dann auch mit Schulden machen. Ich kenne Leute die finanzieren jedes Jahr ihren Urlaub und bis zum nächsten Urlaub zahlen sie das dann ab. Ich find das unmöglich.

LG

Holzbastelmaus
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creadoo
« Antworten #7 am: Mittwoch, 09. April. 2008, 13:37:46 »

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