@Nostalgiker, wenn Du nach Preisen in der DDR gefragt hättest, dann wäre es einfacher, Antworten beizusteuern. Hier im Osten waren überall die EVP (Einzelverkaufspreise) aufgedruckt. Da war es egal, ob man in Rostock oder im Thüringer Wald sein Brot oder seine Butter kaufte - dort war das echt gleich teuer. Aber zwischen Flensburg und München konnte doch schon eh jeder seine Preise selbst festlegen (bis auf Bücher, Zeitschriften und Zigaretten...). Wie pflegte meine Mutter zu sagen: "Kommt ein Dummer - kaufts auch..."
125 g Mocca-Fix (so eine Art "richtiger" Kaffee) kosteten bei uns 8,75 M (Mark der DDR). Das 1500g-Brot kostete 93 Pfennige, Das Kilo Orangen 4,00 M und das Kilo Bananen sogar 7,00 M. Diese Preise galten bereits Anfang der 70er (oder früher???) bis zur Wende.
Im August 1986 hatten wir kleine Familie mit 2 Kindern (damals 3 und 1 Jahr alt) eine 60 qm - Vollkomfortwohnung ergattert (Vollkomfort = Fernheizung + Warmwasser + Bad + WC in der Wohnung). Die hatte kontinuierlich 76,50 M Miete gekostet - warm! Es gab damals weder Heizungszähler noch Wasseruhren, auf den Verbrauch mußte keiner schauen - ach war das schön! Aus irgendeinem Grund muß die DDR ja pleite gegangen sein

Dieser niedrigen Miete stand natürlich ein entsprechend niedriges Einkommen gegenüber. Ohne Kind galt man mit 43 Wochenstunden als vollbeschäftigt. Dafür bin ich mit 450 M BRUTTO nach Hause gegangen. Krankheit der Kinder wurde erst ab dem 2. Kind finanziell unterstützt. Bei 1 Kind war es unbezahlte Freistellung von der Arbeit. Es gab Monate, da hatte ich keine 200 M netto raus - da sehen die 76,50 M Miete schon nicht mehr so niedrig aus...