Erinnerung: Die REALEN "finsteren Gesellen" unserer Kindheit

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Autor Thema: Erinnerung: Die REALEN "finsteren Gesellen" unserer Kindheit  (Gelesen 810 mal)
Nostalgiker
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« am: Mittwoch, 26. Juli. 2006, 08:44:43 am »


Alpträume oder dubiose, teilweise sogar witzige unbegründete Ängste hat sicher jeder als Kind mal gehabt. Aber was ist mit den REALEN Gestalten, mit den "finsteren Gesellen", vor denen wir uns als Kind (wenn sicher auch oft unbegründet) gefürchtet haben?

Ich erinnere mich da an eine sehr finstere Aushilfe, die auf dem Schrottplatz gearbeitet hat – ein blonder, langhaariger Hüne mit 100 Tätowierungen, der immer sehr "schmuddelig" aussah und alle paar Minuten auf den Boden rotzte. Ja, nicht spuckte – rotzte! Dieser Mann war mir nie geheuer, da machte ich immer einen großen Bogen, wenn ich ihn sah. Gleiches galt auch für die "Mitreisenden" auf der Kirmes, die oft sehr verwegen und heruntergekommen aussahen, da hatte ich auch immer so ein komisches Gefühl.

Richtige Angst hatte ich vor einem alten, schon leicht verwirrten Mann aus unserer Nachbarschaft, der anscheinend lärmende und spielende Kinder auf der Straße nicht ausstehen konnte. Manchmal kam er auf uns zu, mit drohend erhobenen Stock und schimpfte wie ein Rohrspatz auf uns "Blagen". Oder vor dem Inhaber der kleinen Drogerie in unserer Siedlung, der nach dem Tod seiner Frau auf einmal wie verwandelt und dauernd total mies drauf war. Er verscheuchte uns regelmäßig, wenn wir auf dem Platz seines Ladens spielten, teilweise mit wüsten Drohungen und erhobener Hand, als wenn er uns ohrfeigen wollte.

Vor wem habt IHR Euch geängstigt? Kennt Ihr auch solche "finsteren Gestalten" Eurer Kindheit, vor denen Ihr – begründet oder unbegründet – richtigen Bammel hattet?

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J.
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« Antwort #1 am: Mittwoch, 26. Juli. 2006, 08:57:27 am »

Hallo Nostalgiker,

ooooh ja, ich erinnere mich gut! Wir haben als Kinder (so zwischen 6 und 10 Jahren alt) immer im Naturschutzgebiet an der Isar gespielt, und irgendjemand hat die Geschichte von den "Rockern" aufgebracht, die quasi nur darauf lauern, kleine Kinder fertigzumachen  :L :L :L

So wirklich genau konnte sich keiner von uns vorstellen, was ein "Rocker" ist, aber wir wussten, dass sie soooooo lange Messer haben und gnadenlos brutal sind. Und wenn wir beim Spielen im Wald ein paar Meter weiter etwas im Gebüsch rascheln hörten oder unten am Wasserlauf in der Ferne irgendeine Gestalt sahen, schrie garantiert einer: "Die Rocker! Die Rocker!", und wir waren weg wie der Blitz ...

Nachdem wir viele Jahre später selber als "Rocker" die Isarufer unsicher gemacht haben, kann ich mir ganz gut vorstellen, was die "Rocker" meiner Kindheit waren: Teenies, die sich am Isarufer 'rumgetrieben haben, heimlich rauchten und Bier tranken, und irgendwas anstellten ... vielleicht waren sie aber auch gefährlicher als ich glaube, wer weiß das schon ...  :scream:

Insofern waren es nur halb "REALE" finstere Gesellen: Es gab sie zwar, aber sie hatten wahrscheinlich doch keine soooooo langen Messer  :wink:

Viele Grüße

J.
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Nostalgiker
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« Antwort #2 am: Mittwoch, 26. Juli. 2006, 09:11:46 am »


Jaaa, genau sowas meinte ich!!  :grinsen:

Bei uns gab es an der Hauptstraße eine ziemlich verrufene Kneipe, wo immer die Halbwüchsigen auf der Straße rumlungerten. Keiner von uns hatte jemals Probleme mit ihnen - aber komischerweise nannten wir sie immer die "Schlägertypen von der Ickerswarder Str." und trauten uns nicht an ihnen vorbei, wenn sie mit zehn oder mehr Mann vor der Kneipe lungerten. Man hatte ja soviel von ihnen "gehört", aber keiner wußte, ob es wirklich wahr war.

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marionb69
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« Antwort #3 am: Mittwoch, 26. Juli. 2006, 10:21:37 am »

Kicher..."finstere Gesellen"
Ja, ich hatte einen Mordsschiss vor der Haushälterin eines Rechtsanwaltes, wo meine Mutter arbeitete! Nach dem Kindergarten bin ich immer dorthin und habe gewartet, das meine Mutter Feierabend gemacht hat und die Haushaltshilfe hat natürlich immer die Tür aufgemacht
Für mich sah sie aus, wie eine Hexe...sie hatte eine meeeeeega große Warze auf der Nase und so eine komische Stimme...hhhhuuuaaa

Und dann hatte wir noch im Ort zwei sogenannte "Dorfdeppen" (sorry!!!). Einer ist als Kind vom Wickeltisch gefallen, der andere wurde vom Bus angefahren. Wenn die uns entgegen kamen, dann haben wir auch immer die Beine in die Hand genommen!
Dabei haben die keiner Fliege was zu Leide getan!!!

Lieben Gruss
Marion
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SandyRath
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« Antwort #4 am: Mittwoch, 26. Juli. 2006, 20:16:57 pm »

Ja, das kommt mir auch bekannt vor  :grinsen:

Wenn ich früher noch nach der Dämmerung raus wollte, hat meine Mama immer gesagt "Dann kommt der Böö (keine Ahnung, was das heißen soll) und holt Dich" Ich hab dann immer an der Balkontür geklebt, ins Dunkle rausgestarrt und darauf gewartet, daß dieser ominöse "Böö" mal auftaucht... aber nix war  :L

Und dann hatten wir noch so nen Italiener im Ort, der ganz furchtbar jähzornig war. Wenn wir bei denen an der Weide rumgelungert haben (die hatten ein paar Pferde), hat er uns gedroht, sein Gewehr zu holen  :-o

Und dann eben die üblichen Dorftrottel, die es überall gibt...

Grüße Sandra
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Foeni
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das sind die Bewohner unserer "Hasienda"



« Antwort #5 am: Freitag, 28. Juli. 2006, 00:18:39 am »


jawoll, da kann ich auch ein Liedchen von singen...

Ich war als Kind felsenfest davon überzeugt, das in dem "etwas größeren Gebüsch bis kleinem Wäldchen" ,welches an unseren Garten grenzte, "der Kröll" auf uns kleinen blonden Mädchen wartete...

Den Floh hat mir meine Tante Wilma ins Ohr gesetzt....die mich und meine Cousine wohl davon abhalten wollte, jemals einen Fuß in besagtes Stückchen Erde zu setzten...Volltreffer!!! Bis wir von dort wegzogen(da war ich 6 Jahre alt) habe ich mich NIE da rein getraut...wer weiß, vielleicht war der ja echt da...uaaahhh...*Gänsehautkriege*...

(war "der Kröll" damals eigendlich ein bekannter Kindermörder? ...das weiß ich gar nicht mehr so genau..grübel...hat da sonst noch jemand von dem gehört in den Siebzigern?)
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LG Foeni

Um einen froehlichen Tag zu erleben,
muss man einen froehlichen Tag erwarten.
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Daylight1959
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« Antwort #6 am: Samstag, 29. Juli. 2006, 21:54:43 pm »

jaaaaa.......

auf meinem Weg zum Bahnhof hatte ich die Alternative entweder den brutalsten Typen des ganzen Ortes zu begegnen oder dem furchtbarsten Hund der Gegend gegenüber zu stehen...... :duck:

Ich bin jeden Morgen so rechtzeitig losgegangen, dass ich immerhin noch die Alternative hatte......

Stand mir ein geifernder Boxer (damals sabberten die Viecher noch.....) gegenüber, habe ich kehrt gemacht und bin das Risiko eingegangen, den beiden furchtbaren Brüdern zu begegnen, die meiner Ansicht nach nichts besseres zu tun hatten, als 15-jährige Mädchen um die Ecke zu bringen.......

Im übrigen habe ich später sowohl den wahnsinnig lieben Boxer, als auch die nicht minder lieben Brüder näher kennengelernt....... :frech:
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Carocarmen
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« Antwort #7 am: Samstag, 29. Juli. 2006, 22:24:44 pm »

oh jaaaaaaa
auch bei mir gab es so einen finsteren Gesellen. Ich wechselte jedes Mal die Straße und hielt die Luft an, solange er zu sehen war. Und das war ziemlich lange, da ich mich ja immer umdrehen musste, um zu sehen, dass er mir nicht folgte.
Das war aber nicht nur als Kind so, sondern auch noch später. Heute noch, wenn ich in meinem Heimatort bin und ihn sehe, habe ich ein mulmiges Gefühl.
LG
Carmen
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angidina
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« Antwort #8 am: Mittwoch, 02. August. 2006, 08:03:24 am »

bei mir war der Gang jeden Morgen zur Schule im Winter sehr schlimm.
Ich musste immer durch einen Park und dort "wohnten" natürlich auch diverse
Obdachlose die aus ihrer Laune heraus öft anfingen zu pöpeln.
Da hatte ich dann doch schon ein wenig Angst.
Schlimmer wurde es als dann wirklich mal jemand aus einem Busch gesprungen kam.
Meine Freundin und ich haben nur noch die Beine in die Hand genommen  und sind gerannt
als wäre der Teufel persönlich hinter uns her. Danach bin ich nur noch mit CS-Gas in der Einen
und einem festen Gegenstand in der anderen Hand durch den Park gegangen...

@ föni c.h.p.   Den Kindermörder den Du meinst ist Joachim Kroll und hat, ich glaube an die 8 bis 14 Leute,
umgbracht. Der hat hier in Duisburg gewohnt und ist hier auch noch ein Begriff.
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Holzbastelmaus
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« Antwort #9 am: Donnerstag, 03. August. 2006, 10:52:47 am »

Bei uns in der Straße wohnte ein alleinstehender, etwas verschrobener Opa, der immer im 1. Stock aus seinem Fenster schaute wenn wir auf der Strasse spielen waren. je nach seiner Tagesform schaute er nur zu, oder er schrie uns an wir seien zu laut und manchmal spuckte er sogar aus seinem Fenster. Irgendwann hat dann jemand das Gerücht in Umlauf gebracht diese Spucke wäre hochgiftig, auch wenn man nur reintritt.

Außerdem wohnten wir ja in einer Garnisonsstadt und wenn dann die Amerikaner in Gruppen Richtung Stadt marschierten und wir kamen ihnen alleine auf dem Bürgersteig entgegen, dann war das auch immer komisch. ich weiß noch als ich ungefähr 5 Jahre alt war, war ich mit meiner Mutter einkaufen und wir sahen ein älteres Ehepaar und ich fragte meine Mutter "Warum sprechen die so komisch" und meine Mutter sagte "Die sprechen englisch, das sind Amis" und ich war total verblüfft, weil ich bis dahin der Meinung war Amis wären immer junge Männer. Andere Amis hatte ich ja noch nie gesehen.

LG


Holzbastelmaus

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