Aus aktuellem Anlaß: Ist das St. Martin Singen an den Türen out?

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Autor Thema: Aus aktuellem Anlaß: Ist das St. Martin Singen an den Türen out?  (Gelesen 1756 mal)
Nostalgiker
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« am: Samstag, 11. November. 2006, 08:46:04 am »


Ich weiß, wie gerne ich als Kind zu St. Martin an den Haustüren mit meiner Laterne in der Hand gesungen habe - und ich weiß auch noch, wie stolz ich immer war, wenn ich dann abends meinen Beutel leerte und meine "Schätze" betrachtete.

Da St. Martin dieses Jahr auf einen Samstag fällt, war schon groß angekündigt, daß das Singen dieses Jahr bei uns am Freitag, den 10. November stattfindet - und so habe ich als ordentlicher Nostalgiker im Hinblick auf meine eigene Kindheit viele bunte Sachen für die Kinder gekauft und gestern der Dinge geharrt, die da passieren werden.

Und irgendwie war ich total enttäuscht! Hat St. Martin in der "modernen" Zeit auch so viel an Wert verloren?

Insgesamt haben sich gerade mal acht Kinder an unsere Haustür verirrt, obwohl das Gartentor einladend weit offen stand und ich extra draußen und in der Diele das Licht angelassen habe, damit die Kinder sehen, daß hier etwas zu bekommen ist. Im Gegensatz zum letzten Jahr haben sie alle wunderschön gesungen und nicht schon wie letztes Jahr nach dem Satz "Hier wohnt ein reicher Mann..." direkt wieder abgebrochen und den Beutel aufgehalten. Aber obwohl es windstill und trocken war, hatte kein Kind eine Laterne dabei.

Ist St. Martin aus der Mode gekommen?

Ich erinnere mich daran, wie früher die Leute richtig Stress hatten, weil wir Kinder immer in großen Gruppen vor den Türen standen. Ich erinnere mich auch daran, daß meine Mutter St. Martin wie ein Stehaufmännchen dauernd an die Tür gehen mußte, weil es wirklich ständig klingelte - oft von 17.00 Uhr an bis fast 20.00 Uhr.  Und heute kann man anscheinend froh sein, wenn sich ab und zu mal ein Kind an unsere Tür verirrt. Nun ja, vielleicht erscheinen heute noch ein paar Kinder - ich werde darüber berichten.

Nostalgiker
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Gaby Sch.
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« Antwort #1 am: Samstag, 11. November. 2006, 09:06:51 am »

Mir ist das gestern auch aufgefallen.Ich glaube nicht,das es an der Zeit liegt,Süßigkeiten sind immer noch aktuell.
Ich denke eher,das es was mit der heutigen Lage zu tun hat.Wer läßt seine Kinder noch unbeobachtet vor die Tür??
Die Sexualmörder wohnen meißtens in der Nachbarschaft!!!!!
Hätte ich ein Kind,ich glaube ich würde es nicht alleine gehen lassen,so wie wir es früher getan haben.
Wenn in den Medien weniger über vermißte Kinder erzählt wird,werden die Kinder und Eltern sich wieder trauen.
Gaby
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btsvsternchen
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LG Gini & Princi

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« Antwort #2 am: Samstag, 11. November. 2006, 09:42:22 am »

Das heute die "guten alten Veranstaltungen" out sind, liegt wohl eher an unserer Gesellschaft.

Die Kiddys von heute kennen nur noch Videospiele, Fernseher und DVD's. Wir wurden früher bei Wind und Wetter rausgejagt zum Spielen. Heute treffen sie sich in vollgestopften Kinderzimmern zum daddeln oder feiern Lan-Partys. Früher war meist die Oma oder Frau zu hause, heute müssen beide Eltern arbeiten gehen um mit dem A...  :zensiert: an die Wand zu kommen. Die Großeltern sind heute so jung, das Oma und Opa selbst noch berufstätig sind. Wenn dann noch Ur-Großeltern da sind, haben die heutigen rüstigen Rentner besseres zutun, als sich um die Kinder zu kümmern. Sie genießen ihr Rentendasein und reisen etc. Die Kiddies sind doch heute fast alles Schlüsselkinder. Woher sollen sie wissen, daß es Dinge gibt die Spaß machen, wenn sie schon mit 3 den eigenen TV stehen haben und dann alles elektronische geschenkt bekommen, aber noch nicht mal wissen wie Mau-Mau oder Mensch-Ärgere-Dich-Nicht geht. Dafür können sie schon ganz jung alle Highscores bei Videogames knacken.

Gruß Regine, die ihre jetzt 6-monatige Nichte Nele im Sinne einer Großfamilie mit erzieht, und ihr keinen Elektronikschrott schenkt
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Tinchen650
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« Antwort #3 am: Samstag, 11. November. 2006, 10:33:21 am »

Hallöchen,

also hier bei uns (Rhein-Sieg-Kreis) ist St. Martin singen nicht out.  Wir haben hier auf unserem
Dorf einen kleinen Festausschuß, der so etwas organisiert. Vor ca. 2 Wochen ist ein Zettel verteilt
worden, worauf die Infos stehen, wann die Kinder sich treffen und dann von Haus zu Haus gehen.

Letzten Freitag sind die Kinder von Haus zu Haus gegangen und haben ihr Süsses eingefordert.
Natürlich mit Laternen und Pechfackeln.

Heute wird Holz im Wald gesammelt und heute Abend am Feuer bekomen die Kinder ihre Tüten und
den Weckmann. Dazu wird auch gesungen. Für die Erwachsenen gibt es Glühwein. dazu reichlich Wecken zum essen. Bei meinen Eltern auf dem Dorf ist es ähnlich.

 Meiner Meinung nach läuft dieses Halloween St. Martin den Rang ab. Ist wahrscheinlich cooler und zeitgemäßer.

Zudem geht am Montag  von der Schule aus noch der St. Martins Zug, wobei es da aber nur noch einen Wecken gibt. Also da geht man nur durch den Ort.

LG Tinchen


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Heike1970
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Heute schon gegooglet ? ;-))

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« Antwort #4 am: Samstag, 11. November. 2006, 10:54:28 am »

Hallo

Ich kenne das Martinssingen auch nur von früher (in den 70/80er), als ich selber mit meinen Geschwistern und Freunden von Haus zu Haus gezogen bin. Natürlich mit Laternen und vielen Martinsliedern im Gepäck. "Hier wohnt ein reicher Mann" haben wir eigentlich fast nie gesungen, sondern immer ein Martinslied. In der Siedlung bei uns hätten wir sonst nichts bekommen.  :D
Das man Halloween um die Häuser zieht, kannten wir damals nicht.
Als ich meinen Mann kennen lernte und mit ihm in seinen Wohnort zog, nur 20 km entfernt, wo ich herkam, kannte man das Martinssingen überhaupt nicht. Die Kindergärten und Grundschulen veranstalten aber einen Umzug mit Laternen und abschließendem Martinsfeuer, wo der St. Martin seinen Mantel teilt. Danach gibt es für die Kinder Weckmänner und heißen Kakao.
Dafür ziehen hier die Kinder an Halloween los. Das kommt hier durch den Einfluss der Amerikaner, die in der Nähe stationiert sind (Stützpunkt Geilenkirchen). In den letzten 10 Jahren, haben sich die Aktivitäten zu Halloween bestimmt verdoppelt. Schade ist nur, das man zu Halloween besser kein Auto auf der Straße stehen lässt und auch sonst alles in Sicherheit bringen muss, was nicht fest ist.  :evil:
lg Heike
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Samatti
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« Antwort #5 am: Samstag, 11. November. 2006, 11:18:09 am »

hallo,
hier bei uns gab es das noch nie, hier singen die Kinder an Weiberfastnacht.

Grüsse
Samatti
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Senna
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« Antwort #6 am: Samstag, 11. November. 2006, 14:39:20 pm »

Also ich bin auch noch von der Generation wo man früher singen gegangen ist.
Wir wohnen jetzt sehr ländlich und hier wird von einem Förderverein St. Martin organisiert. Wir hatten letzten Samstag hier bei uns in der Straße einen Umzug mit anschließendem Feuer. Wir hatten auch 2 Kapellen dabei, aber was traurig war, die Kinder sind zwar mit ihren Fackeln schön hinter der Musik her gezogen, aber kein Schwein hat gesungen. Ist schon traurig. Danach gab es eine prall gefüllte Tüte und dann sind alle nach hause gegangen. Meine Beiden sind dann bei ein paar Nachbarn singen gegangen, aber lange waren die nicht weg.
Montag hatten wir dann von der Schule den Umzug und da ist das eigentlich recht nett gemacht. Eigentlich sollen die Kinder alleine mit den Lehrern und eine kleine Auswahl Eltern den Umzug machen, während die Eltern bei Glühwein, Tee und Mutzen gemütlich klönen können. Danach kommen die Kinder zurück, spielen die Martinszene am Feuer, gehen in die Klassen zum Mutzenessen und dann kommen die zu den Eltern dazu.

Aber ich muß sagen, so wie früher ist das lange nicht mehr. Hier war keiner singen, weder zu Halloween noch zu St. Martin.

Gruß
Senna

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gewitterhex5
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« Antwort #7 am: Samstag, 11. November. 2006, 23:48:01 pm »

nun hier war es eigentlich noch nie richtig Sitte daß die Kinder von Haus zu Haus gehen,
meine haben es früher aus sich mit ein paar Nachbarskindern gemacht ;)
aber danach war kein Kind mehr bei uns an der Tür
aber Umzüge gibt es mehrere,von den Kindergärten
und den allgemeinen
dann gibt es auch ein Martinsfeuer und den hl.Martin hoch zu Roß und Musik
Die Kinder bekommen Weckmänner,die Erwachsenen Glühwein und Schmalzbrot ;)
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Gruss von der Hex

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EllessonBeads
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« Antwort #8 am: Sonntag, 12. November. 2006, 00:30:12 am »

Also in meiner Kindheit hatte das Martinssingen überhaupt nix mit dem Laternen Umzug zu tun.
Wir sind in horden Martinsingen gegangen und im Herbst gab es mehrere Laternen umzüge. Ich fand das immer eine schöne Zeit.

Auch in unserer gegend gab es damals Sexualdelikte. Aber unsere Eltern haben uns eingeimpft nicht mit fremden zu reden und wenn uns einer haschen will zum nächsten Haus zu laufen und sturm zu klingeln. Trotzdem durften wir uns frei entwickeln.  Hier wo ich Wohne werden die meisten Kinder eingesperrt, Überall hingefahren und ständig unter kontrolle gehalten. Frage: wie sollen sie sich entwickeln, selbständig sein und später behaupten können? Wir sind 20 km in die nächste Stadt mit dem Fahrrad gefahren, heute währe das unmöglich. Viele Eltern sind überängstlich und das ist ein absoluter Nachteil für die Kids. Ich denke das ist der Grund warum viele Kids verdummen und nur noch daddeln. Sie haben keine chance sich zu entwickeln.
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feldmaus
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« Antwort #9 am: Sonntag, 12. November. 2006, 07:59:06 am »

Also bei uns ist es gar nicht out.Der erste Martinszug vom KiGa ist am Donnerstag schon gegangen.Da kamen schon welche von den kleenen klingeln(in Begleitung).
Am Freitag war ich bei meiner Schwester,die wohnt 10km von uns weg,da waren auch jede Menge Kiddis klingeln.
Samstag war Ruhetag wegen Karnevalseröffnung :grinsen:
Bin mal auf Montag gespannt da geht die Grundschule,wobei die schon von der Schule ein Schreiben bekommen haben,das sie auch nur in Begleitung gehen sollen ,da vor 14 Tagen ein Kind fast mitgenommen worden ist.
Aber ich denke die Tradition ist noch voll im Gange.Wenn ich bedenke was alleine an Halloween hier los war und das war die letzten Jahre nicht
LG Silvia
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