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Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?

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Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #30 am: Montag, 14. April. 2008, 15:07:07 »

Richtig Stefanie, DAS finde ich auch. Aber ganz verzichten sollte man eben nicht. Nicht nachdem man sein Zielgewicht erreicht hat und sich selbst kontrollieren kann. Wenn man es nicht schafft sich zu kontrollieren, dann lieber GANZ verzichten.

Aber ich will nicht mein Leben lang auf Eis verzichten. Oder gutes Popcorn. Ich möchte es nur dosieren lernen. So wie du sagst. Aber für immer verzichten? Obwohl ich kein Schokoladen Fan bin, aber so ab und an ein Stückchen Kuchen? Einen keks? Ein Stück Schokolade? Also davon will ich mich nicht freisprechen, dass ich darauf nicht irgendwann Lust habe. Und dann möchte ich genau DAS dosiert und kontrolliert genießen. nicht in mich reinstopfen und danach in Selbstmitleid verfallen und mich schämen für den Kontrollverlust! DAS ist in meinen Augen der Inbegriff vernünftig mit Lebensmitteln umzugehen, so wie jeder Normalgewichtige Mensch. Alles andere erinnert mich immer noch einen gestörten Umgang mit Lebensmitteln.
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Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #31 am: Montag, 14. April. 2008, 16:54:44 »

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass diejenigen, die wir als "normale Esser" empfinden, dafür aber auch ziemlich genau wissen, was Ihnen "schmeckt" bzw. "bekommt". Manchmal denke ich da, "oh, der ist aber picky". Bei Eis bin ich es jedenfalls in Zukunft auch. Ist mir mein letztes vielleicht schlecht bekommen. Und roher Fish (Sushi) never ever again!
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Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #32 am: Montag, 14. April. 2008, 21:43:22 »

Tja ... ich glaube, irgendwie muss da jeder so seinen Weg finden.

Ich merke nur, dass sich mein Leben ohne Zucker anders "anfühlt". Irgendetwas ist ruhiger in mir ....

Ich habe irgendwann den Alkohl ausquartiert. Mir fehlt nichts und irgendwie geht es mir sehr viel besser als in der Zeit, wo ich "ab und zu" mal Alkohol trank.

Ich hätte nichts dagegen, dem Zucker für ewig auf Nimmerwiedersehen zu sagen, denn das was Bine schreibt, dazu bin ich bislang nicht wirklich fähig gewesen.

Ich denke eben doch, dass Zucker eine Droge ist. Eine Droge ist alles, was "mehr-mehr" schreit. Forellenfilet auf Vollkornbrot sagt vielleicht: Nachschlag bitte, aber nicht "mehr-mehr" .... Und Zucker "macht" eben auch was mit der Bauchspeicheldrüse.

Also, ich werde sehen, wie ich das in Zukunft mache. Im Augenblick bin ich froh, dass ich durch meine Entscheidung das Zeug und die damit verbundenen Probleme "vom Hals" habe.

Vielleicht vertrage ich Zucker auch in der Form eines Biokuchens, als in dieser "Bombe", die Eis für mich darstellt. Oder in Form eines Kuchens, den ich selber backe mit Reismalz. Denn ehrlich gestanden: als ich nach ein paar Wochen Eis gegessen habe, habe ich nicht den Becher zufrieden zur Seite gestellt, sondern ich habe mich eben BEHERSSCHT, keinen weiteren zu bestellen.

Und so lange ich mich "beherrschen" muss, bin ich gefährdet. Ob das je aufhören wird, weiss ich nicht. Ich glaube, man kan auch nicht eine Zigarette rauchen und glauben, dass es dabei bliebe.

LG Inita
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Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #33 am: Dienstag, 15. April. 2008, 04:30:17 »

Tja ... ich glaube, irgendwie muss da jeder so seinen Weg finden.

Ich merke nur, dass sich mein Leben ohne Zucker anders "anfühlt". Irgendetwas ist ruhiger in mir ....

Ich habe irgendwann den Alkohl ausquartiert. Mir fehlt nichts und irgendwie geht es mir sehr viel besser als in der Zeit, wo ich "ab und zu" mal Alkohol trank.


Und so lange ich mich "beherrschen" muss, bin ich gefährdet. Ob das je aufhören wird, weiss ich nicht. Ich glaube, man ichkann auch nicht eine Zigarette rauchen und glauben, dass es dabei bliebe.

LG Inita

Hallo, Inita,

ich hätte deinen ganzen Text zitieren können.
Weil es genau meine Gedanken wieder spiegelt..
Habe mal die zentralen Punkte hervor gehoben.

Vielleicht erinnerst du dich an meine anfänglichen Überlegungen re. Zucker?
Oder Schummeln mit solchen Genussmitteln?

Mir widerstrebte es.
Warum?
Das weiß ich so genau nicht -
außer dass ich eine enge Verbindung zu meiner ehemaligen RAUCH-Sucht sah,
d.h. diese ewige (?!?! hammer  ) Abhängigkeit von etwas, das meinen Willen beherrschte.

Sobald  i c h   nämlich auch nur ein Fitzelchen davon an meine Genuss-Wächter kommen ließ,
sprich Zunge-Gaumen-Magen-Bauchspeicheldrüse (oderwieauchimmer)
war ich wieder "drauf" ...
auf dem  M e h r - Haben - Wollen.

Wenn ich so darüber nach sinne ...
kann mich nicht erinnern, WANN ich Zucker-Süßes wirklich nur "genossen" habe.  kinnlade
boah. Extreme Erkenntnis  verlegen

Kann mich daher Bines Wunsch nach "normalem" Umgang mit Zucker & Co.
und dessen Wieder-Einbeziehung MEIN alltägliches Leben NICHT anschließen.
Für mich ist das auch kein Verzicht.
Im Gegenteil..
Ich vermisse überhaupt nichts davon icon_eek
Wenn ich meine Zucker-Freiheit (irgendwann) wie mein Nie-Wieder-Rauchen als Be-freiung empfinden könnte-
dann wäre ich sehr erleichtert. idee2

Merkwürdigerweise habe ich aber auch keine ANGST davor,
dass ich mal "zufällig" in die Zuckerfalle tappen könnte.
(Auch ich kann nicht alles in meiner Umgebung mb-mäßig cleanen  )
Denn ich weiß ja nun --- wo mein Wohlbefinden am besten ist.

LG
Gabi
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creadoo
« Antworten #33 am: Dienstag, 15. April. 2008, 04:30:17 »

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Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #34 am: Dienstag, 15. April. 2008, 04:41:41 »

Hallo zusammen,

ich glaube, das Zuckerproblem ist auch mein größtes Problem!! Und das Unglaubliche daran ist, dass ich mir nie sooo viel aus Süßem gemacht habe. Ich war eher mit Salzstangen, Chips und Co. gefährdet. Sehr seltsam: Daran denke ich jetzt (bin auch im Büro oft damit konzfrontiert) - und ich empfinde nichts dabei oder ich stelle mir das entsprechende Produkt geschmacklich auf der Zunge vor: Ich muss es nicht haben, es hat für mich - also vor allem Chips - in Gedanken echt einen üblen Geschmack. Und ich wundere mich im Nachhinein, wie ich davon eine ganze Packung reinfuttern konnte. Aber gestern Abend, als mich die Sache mit dem Kühlschrank so genervt hatte, da musste ich mich soooo beherrschen, nicht zur Lindt-Schokolade zu greifen, die ich aus dem Kühlschrank geräumt habe. Ich habe nun auch schon wieder 2 Tage hintereinander Hunger. Am Samstag habe ich 1 Stück Kuchen gegessen. Wenn wirklich das die Ursache ist, dann halte ich es in Zukunft vielleicht doch lieber mit Inita: Lieber gar nicht. Im Moment will ich noch versuchen, dass es ein "ab und zu" ohne Sucht geben soll. Aber wenn dieser Selbstversuch nicht klappt, werde ich mich damit anfreunden, den Zucker von der Liste zu streichen. Und ich kann mir auch anderweitig und MB-ähnlicher Gutes Tun: z.B. MEHR Hüttenkäse (ich schaffe locker einen ganzen Becher) und darin Kokosapfel, Himbeeren o.ä. Meinen geliebten Quarkkuchen könnte ich auch selbst machen und den Zucker durch Ahornsirup o.ä. ersetzen (man braucht ja mittlerweile so wenig bis gar keine Süße, um etwas als sehr süß zu empfinden). Aber dann ist der Kuchen da. Und dann, liebes Paulinchen: Beherrsch Dich mal! Ob ich das schaffe, selbst wenn ich mir den Rest einfriere?

Paulinchen
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creadoo
« Antworten #34 am: Dienstag, 15. April. 2008, 04:41:41 »

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Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #35 am: Dienstag, 15. April. 2008, 08:44:04 »

Also wenn man den Zuckerkonsum mit dem Nikotinkonsum vergleichen könnte, dann sähe ich Hoffnung für mich.
Ich rauche seit 18 Jahren nicht mehr, und ich KANN eine Zigarette rauchen, ohne wieder "drauf" zu sein. Es ist wirklich so, wie es früher war - einfach GROTTENSCHEUSSLICH!!!
Das hat ungefähr so sieben Jahre gedauert, bis das kam.
Die Frage ist, ob man Zucker dann auch grottenscheußlich findet.
Irgendwo hab ich mal gelesen, dass "der Mensch" auf süß konditioniert sei, weil Muttermilch süß schmeckt.
Ok, sie schmeckt nicht so süß wie manche dieser Eis- oder Kuchen- oder Dessertbomben, aber süß.
Oder ob die Bauchspeicheldrüse nicht sofort wieder drauf reagiert.
"Es bleibt spannend" in jeder Beziehung.
LG von der Strickinki
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creadoo
« Antworten #35 am: Dienstag, 15. April. 2008, 08:44:04 »

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Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #36 am: Dienstag, 15. April. 2008, 09:16:13 »

Wirklich tolle Beiträge hier. Ich meine, dass es darum gehen muss das jede/r seinen eigenen Weg im Umgang mit dem Süßen und Herzhaftem findet. Für jede hier steht das Gefühl von Gelüsten, Heißhunger und richtigem Hunger für etwas anderes. Dinge die jede in ihrem Leben gelernt hat und damit subsituiert oder einfach "runterschluck". Hat man das erkannt ist es schon mal der erste Schritt. Es umzusetzen und wie Inita sagt ICH ERLAUBE ES MIR zuzulassen ist der große nächste Schritt. Ich denke der bedeutet, dass man sich selbst vergibt und sich so akzeptiert wie man ist. Daran kann nichts falsch sein. Es heißt doch eigentlich nur, man beginnt in Frieden mit sich selbst zu leben. Der Körper muß nicht mehr der Kriegsschauplatz sein, sondern ist gut wie er ist.

Ich möchte auch Frieden  mit mir schließen und stehe gerade in Verhandlungen... 

Danke für die Denkanstöße!
LG Duke
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creadoo
« Antworten #36 am: Dienstag, 15. April. 2008, 09:16:13 »

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Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #37 am: Dienstag, 15. April. 2008, 10:01:18 »

Dann stell dich bitte in den Verhandlungen "gnadenlos" auf deine Seite, gell! 

Mir ist auch grade was aufgegangen: Ist es vielleicht ein Unterschied, wenn ich zu Süßem greife, weil ich grade einen FRUST habe (oh, Sch .... Paulinchen ..... grrrrrrrrrrrrrrrr, das würd mich auch ärgern!) oder ess ich genüsslich - zur Feier des Tages - etwas Süßes? Ich denke, das ist es, was Bine meinte.

Und warum nicht mal auch eine schwere Woche mit einem Stück Käsekuchen abschließen? Ruhig auch zur Belohnung? Ganz bewusst ...

Langsam, genüsslich.

Und: bei Frust eben nicht, auch nicht bei Kummer, Trauer, Ärger, Steuernachzahlungen etc. Weil wir da die Konzentration und das Bewusstsein nicht auf dem Kuchen vor uns haben, sondern auf der Emotion, die in uns rumort.

Ansonsten: wenn wir mal zuschlagen wegen irgendwelcher Emotionen: auch das ist erlaubt. Es geht um das Beobachten, was los ist. Und dann wenigstens bitte hinsetzen und bewusst das essen, was da vor einem steht. Und gut ist. Beschimpferei ist absolut überflüssig. Absolut.

Eine Freundin von mir sagt dann immer grimmig  fies: so, das hat es jetzt gebraucht!

LG Inita
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creadoo
« Antworten #37 am: Dienstag, 15. April. 2008, 10:01:18 »

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Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #38 am: Dienstag, 15. April. 2008, 10:06:37 »

DANKE INITA, DU HAST MICH VERSTANDEN!!!!

Das mein ich ja auch mit Genuss! Ohne schlechtes Gewissen. Eine gesunde Einstellung zum Essen. Sich nicht immer alles verbieten. Ich bin auch kein Fan von Weißmehl und Zucker. Werde auch nie einer werden. Im Gegenteil. Dennoch will ich mir und meinem Körper nicht für den Rest meines Lebens (ich bin 24) alles verbieten icon_smile Aber auch da soll jeder nach seinem Gusto leben icon_smile icon_smile icon_smile

Ich freue mich erstmal auf die nächsten sechs Wochen - komplett ohne Zucker, ohne ALkohol, ohne Weißmehl und 100% MB icon_smile
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creadoo
« Antworten #38 am: Dienstag, 15. April. 2008, 10:06:37 »

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Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #39 am: Dienstag, 15. April. 2008, 11:18:20 »

Möglicherweise ist es aber auch so, daß wir alle unterschiedlich suchtgefährdet sind! Ich konnte z.B. jahrelange eine oder zwei Zigaretten am Tag rauchen, und dann monatelang keine. War nie süchtig danach, hat mir aber immer gut geschmeckt. Beim Alkohol ist es doch das gleiche: mache Menschen trinken jeden Tag ein oder zwei Glas Wein und können ohne jedes Problem darauf verzichten. Bei den "härteren Drogen" ist es, glaub ich, so, daß manche Menschen schon nach dem ERSTEN Mal abhängig sind, andere erst nach öfterm Gebrauch.
Und so ist es vielleicht auch beim Zucker (=Weißmehl). Manche können unbesorgt Ausnahmen machen, verspüren danach keine Gelüste auf mehr, andere sind nach einem Mal schon wieder "voll drin".
Könnte sein, oder?
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creadoo
« Antworten #39 am: Dienstag, 15. April. 2008, 11:18:20 »

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Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #40 am: Dienstag, 15. April. 2008, 11:22:01 »

Klar, auf jeden fall. Ich denke wichtig ist die Dosierung. Und DIE sollten wir eben lernen. Aber auch das muss jeder natürlich für sich entscheiden Zwinker

Ich weiß noch nicht, welcher Mensch ich sein werde. Habe ja noch nie geschummelt. Aber ich hoffe, dass ich nach den 12 Wochen und dann meiner ersten absolut geplanten Schummelmahlzeit in Woche 13 die gesunde Dosierung hinbekomme, wirklich erstmal nur einmal pro Woche zu schummeln und auch nur geplant... DAS wird für mich die erste wahre Herausforderung bei MB. Bislang macht mir MB Spaß und bereitet keinerlei Probleme oder Schwierigkeiten.....Ich bin gespannt.
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creadoo
« Antworten #40 am: Dienstag, 15. April. 2008, 11:22:01 »

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Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #41 am: Dienstag, 15. April. 2008, 12:03:50 »

Ich finde das Thema und auch die Beiträge hier wirklich sehr spannend. Mich beschäftigen diese Flashbacks auch seit einigen Wochen. Da tut es gut, zu lesen, dass andere auch mit diesem Thema zu kämpfen haben. Ich mache MB seit Oktober 2007 und zu Beginn fiel es mir wirklich leicht. Die Kilos purzelten und ich dachte, wenn das so weitergeht habe ich ruck zuck mein Wunschgewicht. Dann blieb das Gewicht schlagartig stehen und ich bekam anfallsartige Gelüste. Natürlich habe ich zunächst tapfer wiederstanden. Also vernünftig sein, sich Tag für Tag am Riemen reissen und das Gewicht steht und steht. Frust!Irgendwann habe ich mir natürlich mit schlechtem Gewissen das Gewünschte gegönnt - und siehe da: ich nahm wieder ab. Mit der Zeit wurde ich natürlich übermütig und das Schummeln nahm Überhand. Ergebnis: Zunahme.

Mittlerweile habe ich für mich rausgefunden, dass echte körperliche Gelüste, die mich wie angeflogen überfallen und sich meist auf ein bestimmtes Nahrungsmittel richten, ohne negative Folgen befriedigt werden können. Mit negativ meine ich nicht nur das Gewicht sondern auch die körperliche Befindlichkeit. Krass gesagt: die Tüte Chips, nach der ich anfallsartig giere und die ich dann in einem Rutsch "inhaliere" verschwindet in mir ohne Spur. Kein Völlegefühl, keine Übelkeit, ich schlafe hervorragend und habe am nächsten Morgen sogar abgenommen. Solche Ausrutscher generieren auch nicht den Wunsch nach mehr - bringen also bei mir auch keine Zuckerabhängigkeit in Gang. ABER: leider funktioniert das nur bei diesen "echten" Gelüsten und ich darf nur soviel essen, bis ich merke "es reicht". Das kann zwei Tüten Chips oder nur eine halbe sein. Wenn ich merke, dass ich genug habe muss ich sofort aufhören. Keinesfalls noch den Rest aufessen oder ,noch schlimmer, aufbewahren - dann muss ich den eben sofort wegschmeissen. So gegessen schadet mir der Ausreisser nicht.

Esse ich aber nur, weil ich mich "belohnen" will, mit dem Gedanken "das kannst du dir schon erlauben, du hast diese Woche so streng MB gelebt und gut abgenommen", dann suche ich mir "mit dem Kopf" ein Lebensmittel aus - und das geht immer schief. Letzte Woche war es ein Eis - ich mochte gar nicht so wirklich, hatte schon ein tolles Schlemmerfrühstück intus und gönnte mir dann obendrauf noch ein Eis - war ja eh´schon egal. Folge: stundenlange Übelkeit, Völlegefühl und Unwohlsein. Am nächsten Tag bin ich "froh", wenn ich wieder mein MB Essen geniessen kann. Leider lösen diese "Belohnungen" bei mir i.d.R. nicht nur eine Gewichtszunahme sondern auch dieses fatalen "Hunger" auf Zucker und Weissmehl in den Folgetagen aus. Hätte ich einen echten "körperlichen" Jieper auf Eis gehabt, wäre es sang- und klanglos in meinem Magen verschwunden ohne "Spuren" zu hinterlassen.

Ich übe also gerade, bei jedem Flash-Back zu spüren: brauch ich das jetzt wirklich oder will ich das nur. Meist muss ich mir nur vorstellen, dass ich es esse um eine direkte körperliche Rückmeldung in Form von "her damit", Gleichgültigkeit oder Unwillen zu bekommen. Ich bin dabei, dieses Wechselspiel und Vertrauen in meinen Körper, aber auch die Arbeit, die das mit sich bringt zu lernen. Denn wenn ich etwas essen will, dass mein Körper gar nicht haben will: warum ist dieses Bedürfnis dann da? Diese Spüren und Reflektieren ist natürlich schwieriger als das benötigte/gewünschte einfach zu essen.

Ich denke, so funktionieren Flash-Backs in Bezug auf Nicht-MB-Lebensmittel bei mir und daher werden Sie mich sicher ein Leben lang begleiten. Diesen Teufelkreis mit Essen als Belohnung kannte ich ja schon, aber diese unmittelbare Rückmeldung des Körpers, sowohl über das, was er nicht will aber auch, dass er manches dann bekommen muss, auch wenn ich es vom Kopf her für falsch halte ist neu und ungewohnt. Irgendwie ist das ja auch unheimlich. Nicht ich bestimme und mein Körper pariert, wird gehegt und gepflegt wie und wann ich es für richtig und anmgemessen halte, sondern ist ein gleichberechtigter Partner . Irgendwie. Hmm - wieder Stoff zum nachdenken. Also mit MB tun sich mir immer wieder neue Gedankengänge auf - geht euch das auch so?

LG von der nachdenklichen
Nabou
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creadoo
« Antworten #41 am: Dienstag, 15. April. 2008, 12:03:50 »

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Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #42 am: Dienstag, 15. April. 2008, 12:11:11 »

Hallo Nabou,

wirklich tolle Gedanken und auch ein sehr interessanter Selbstversuch. Ich kann (leider oder eher zum Glück) noch von keinen Erfahrungen diesbezüglich berichten, sondern schilder hier lediglich nur meine Zukunftswünsche und Visionen....Ich hoffe, dass ich mit meinem Körper so ins reine komme, dass er mir seine wahren Gelüste mitteilt. So wie es bei dir eben der Fall ist. und ich ihm dann eben auch DAS WAS ER WIRKLICH WILL, ohne schlechtem Gewissen zuführe...Das wird glaube ich eine ganz ganz spannende Zeit.... Aber diese Zeit ist noch nicht für mich gekommen  icon_wink
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creadoo
« Antworten #42 am: Dienstag, 15. April. 2008, 12:11:11 »

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  • strickinki
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Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #43 am: Dienstag, 15. April. 2008, 12:14:59 »

Ja, da werde ich allerdings auch nachdenklich. Bei mir ist NOCH NIE was spurlos im Bauch verschwunden. Meine Waage spürt das leider immer alles auf. Anscheinend habe ich diese Gier nicht und bloß "Belohnungsgelüste".
Oder ich ticke halt anders. Was wahrscheinlicher ist.
(By the way: meine HP sagt auch, wenn wir soweit sind, dass wir uns sagen, das was ich heute gegessen habe, habe ich gebraucht, sonst wäre ich vom Stängel gefallen, dann können wir essen was und wieviel wir wollen. Sie hat ne Freundin, die FRISST anscheinend regelrecht, geht abends ins Bett und sagt, das hat sie alles gebraucht, sonst packt sie den Tag nicht und ist superschlank. Mentales Programm.
Ich glaub allerdings, bei mir würd das nie funktionieren. Aber da ist schon wieder die mentale blockade, dass ich das nicht glaube....
Der Hund beißt sich in den Schwanz)
Strickinki
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  • inita
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Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #44 am: Dienstag, 15. April. 2008, 12:36:24 »

Nabou, das ist sehr interessant, was du da schreibst.

Neulich spürte ich: es MÜSSEN Nudeln sein. Ich habe sie bewusst und gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz langsam bei meinem Lieblings-Italiener verspachtelt. 5 Stunden Pause, dann 1 MB-Essen, am nächsten Tag weiter im Plan, am übernächsten Tag "Absturz nach unten" auf der Waage.

DAS darf eben nicht zu dem Gedanken verleiten: ha, dann lasst uns doch mal spachteln.

Was du da sagst, ist ein total wichtiger Schlüssel! Ich werde darauf jetzt sehr gut achten in Zukunft!

Auch meine beiden Fleischwurstbrötchen letzte Woche: ohne negativen Folgen .....

Ich glaube auch, dieses Spüren: das will mein Körper jetzt und dann das "Einverstandensein", dieses "das brauch ich jetzt und ich gönne es mir", eben ohne diese Schuldgefühle