Community: Forum | Hilfe | Suche | Einloggen | Registrieren |
Seiten: [1] 2 3 4 5   Nach unten

Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
  • inita
  • Gast
Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« am: Samstag, 12. April. 2008, 03:42:46 »

Ja, es ist vier Uhr morgens .... Der Regen trommelt gegen das Fenster und es stürmt, aber ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich das ist, was mich geweckt hat.

Es ist seltsam: Ich habe ein riesengroßes Loch im Magen. Hunger nennt man das. Nein, es sind keine Gelüste. Es ist ordinärer Hunger. Aber dummerweise hab ich nichts im Haus, was ich frühstücken könnte. Ihr werdet lachen: ich könnte einkaufen gehen um die Zeit, aber das Wetter ist mir wirklich zu doof.

Tja, und siehe da, die Überlegung: "Butterbrot vielleicht (das habe ich da) und ein wenig von Püppis wunderbarer Marmelade", lässt mich kalt. Ich hatte gestern abend Gemüse mit Sprossen gegessen, das hält offenbar keine Nacht vor.

So mach ich mir einen heißen Mineraltablettendrink mit der Nr. 7 und schreib mal ein bissel was nieder, was mir gestern abend noch durch den Kopf gegangen ist. Vielleicht war es auch  das, was mich gerade nicht schlafen lässt: Es geht um die sog. "Rückfälle". Hier ist einer - aber es hätte vielleicht von jeder anderen von uns genauso beschrieben werden können:


Is das nicht furchtbar? Jetzt mach ich seit fast 5 Monaten MB und jetzt fang ich an, Süßes zu fressen!!!! Hab heute drei Kokos-Schokodinger (zwei zu mittag und eins am Abend) gegessen und abends drauf noch 5 große runde Kekse mit schoko dran. Ich könnt mir selber Du weißt schon wohin treten, vielleicht bin ich mal wieder "so arm", weil ich Dienst machen muß? Das war früher auch immer so, und am nächsten Tag war ich dann arm, weil ich so müde war......und hab mir eßtechnisch nix abgehen lassen. Ich dachte, darüber wär ich hinaus * ärger *!!!! Also Lemon hat schon recht damit, daß wir uns "umkonditionieren" müssen, aber so leicht scheint das nicht zu sein.......
muß anscheinend wieder mal streng in den Plan zurück, vielleicht legt sich der Aufruhr ja dann.......
   

Diese Flash-Backs tauchen bei mir seit Beginn von MB immer mal wieder auf (der erste war wohl nach 8 Wochen) und sie hatten mir am Anfang eine unglaubliche Angst gemacht. Ich hatte Angst, mir alles kaputt zu machen und kein Halten mehr zu kennen. Denn: wie oft ist mir das in den letzten dreißig Jahren passiert, dass ein solcher Anfall die Rückkehr zum Wieder-Zunehmen einläutete.

Aber: ich durfte bei MB eine ganz andere Erfahrung machen. Irgendwann, meist schon am gleichen Tag oder am nächsten, hatte ich genug und kehrte in den Plan zurück. Bis der nächste Flash-Back kam.

Und ich weiss, weitere Flash-Backs werden kommen und ich weiss heute, sie werden auch wieder gehen.

Ich weiss in der Zwischenzeit, dass es am besten ist, folgendermaßen damit umzugehen:

Wenn ich merke, die "Schnur" reißt, akzeptiere ich es. Ich atme durch und frage mich: ok, worauf hast du wirklich Lust? Gut, da kommt dann manchmal ne Packung "Dickmanns", dann frag ich mich: Gibt es was Besseres? Meist taucht dann wirklich Kuchen auf und zwar nicht ein Stück, sondern zwei oder drei. Ein voll gefüllter Teller sozusagen. Ich will jetzt mal nicht davon reden, was ich gerade JETZT mache, weil ich ja in der Zuckerabstinenz bin, sondern wie ich dann zu "normalen Zeiten" damit umgehe:

Ich gehe los, kaufe diesen Kuchen oder gehe ins Cafe. Selbstverständlich kommt Sahne dazu.

Oder ich kaufe die betreffende Tafel Schokolade oder die Schachtel Pralinen (teuer!) oder die Trüffel oder die Mandelsplitter ..... oder oder oder ....

Ich gebe mir die Erlaubnis, ES zu tun.

Und dann setze ich mich hin und genieße das aus vollen Zügen. Ich weiss, es gibt einen Grund, irgendeinen Grund, weshalb ich das nun gerade brauche. Also gebe ich es mir. Langsam knabbernd, Bissen für Bissen. Und bei jedem Bissen denke ich: kööööööööööööööööstlich und danke dafür, dass ich in solchen Verhältnissen lebe, mir so etwas (finanziell) leisten zu können.

Es ist sehr sehr wichtig, an dieser Stelle nicht "gegen" sich zu wüten. Und nicht gleich wieder Fantasien zu hegen: Morgen aber geh ich streng zurück in den Plan. Was morgen ist, ist völlig egal (wissen wir, ob wir den morgigen Tag überhaupt erleben?). Es kommt darauf an, das hier jetzt voll und ganz zu genießen. Ja, man kann sogar den Mut haben und sich sagen: wenn ich das morgen nochmal will, dann krieg ich das morgen nochmal ....

Es ist gut, ganz in diesem Augenblick zu sein, ganz bei dem, was man da gerade verspachtelt und es ganz ganz ganz bewusst zu sich zu nehmen: "mhm, ist das aber leeeeeeeeeeeeeeecker ........... mhm ..... mehr, mehr ...".

Was ist die Folge?

Wie wenn man einem Kind etwas erlaubt, hört das ganze dann auf, seinen Reiz zu verlieren.

Wenn ich etwas ganz in Ruhe genieße und mir es ganz bewusst gestatte, dann wird alles gut.

"Schlimm" wird es nur, wenn ich dagegen ankämpfe, mich beschimpfe, Horrorszenarien entwerfe, dass ich da jetzt nie wieder rausfinde. Die nächsten Entlastungtage plane( *lach*, seid doch mal ehrlich, wer hat die wirklich je eingehalten???)  oder mich beschimpfe.

An diesem Tag ist dann auch noch ein schönes warmes Bad fällig oder vielleicht ein hübscher Blumenstrauß oder eine kleine Buchbestellung bei Amazon .... oder, oder ...

Ja, es geht nicht nur darum, sich von Zeit zu Zeit für seine tolle Leistung "zu belohnen", sondern in einer solchen Stresssituation sich zusätzlich zu fragen: Was kann ich denn noch für dich tun?

Manchmal will man einfach auch mit jemand Nettem zusammen sein, ins Kino gehen .... oder... oder .... oder .....

Aber das allerwichtigste ist: Nett zu sich zu sein. Und erstmal jeden Gedanken an MB zu streichen.

MB sitzt bei uns Fortgeschrittenen schon so in den Zellen, dass wir auch auf unseren Körper vertrauen dürfen, dass er uns zurückholt. Wenn Schweini mal wieder richtig schweinisch hat sein dürfen, gibt er auch wieder Ruhe, schaut unschuldig aus dem Körbchen und sagt: "Mir is so schlecht, bitte, zur nächsten Mahlzeit hätte ich gerne Schabefleisch".

Anspruchsvoll ist der Kleine auch noch  , wo er uns doch gerade so viel Kunmmer gemacht hat.

Vielleicht fragt Ihr nun, was ich denn zur Zeit mache, wenn mich was "überkommt". Da ich viele solche Zucker-Flash-Backs erlebt und mir erlaubt habe, geht es heute gar nicht um was Süßes oder um Zucker bei mir. Bei mir geht es dann um Fleischsalat-Brötchen, um ein großes, gutes Stück Pizza in meinem Bioladen .... um Mandeln ... so, und ich verhalte mich dann genauso, wie ich das oben beschrieben habe. Ich sage ja dazu und erlaube es mir. Und die Blume da unten wird wachsen und gedeihen - und zwar am "richtigen" Ort. Ihr versteht, was ich meine.

Liebe Grüße
Inita





Gespeichert

  • gentle
  • Gast
Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #1 am: Samstag, 12. April. 2008, 06:06:32 »

Liebe inita  knutsch

...was für ein Zufall , (?)
dass ich gerade auch hier weile...

Mich hat gerade EIN Satz in deinem sehr interessanten Beitrag hellhörig gemacht,
weil ich damit in letzter Zeit auch schon einige Male zu tun hatte:

Zitat
Und bei jedem Bissen denke ich: kööööööööööööööööstlich
und danke dafür,
dass ich in solchen Verhältnissen lebe,
mir so etwas (finanziell) leisten zu können.

Du wirst ja sicherlich auch in meinem Tagebuch meinen heutigen Beitrag lesen
(oder schon gelesen haben) und weißt, was ich meine...

UNSERE Möglichkeiten in einer Gesellschaft der ständig verfügbaren Genüsse...
macht es sehr schwer, mit  w e n i g  auszukommen.

Oft sind wir auch schon jahrelang an Anderes gewöhnt.

Auch zu wissen,  w a s  wir wirklich brauchen - das ist eine Kunst.

Seit ich mit Menschen aus einem anderen Kulturkreis zu tun habe,
insbesondere jetzt eng zusammenlebe,
fällt mir das immer mehr auf.

Will sagen,
MEINE, UNSERE Mühe hinsichtlich des "Schlankseins" sind eigentlich Auswüchse
einer Gesellschaftsform, Einstellung, die maß-loses Verhalten auf ihre Fahnen geschrieben hat.
Nein, nicht weil das an sich ein super Ideal wäre --
sondern weil es zum KAUFEN, KONSUMIEREN anregt...
Nur so kann unsere Wirtschaft florieren.
Und dann geht es uns gut.

Tut es das?

Interessanterweise sind es ja bereits wieder diejenigen,
die GENUG Geld und Wissen haben,
die sich abwenden und "alternative" Lebens-und Ernährungsformen suchen.

Gut.

Wir haben also MB.
Dank-sei-Gott!! Dass  i c h  es auch endlich gefunden habe...
das Programm.
Was mir hilft und weiter helfen wird, gesundheitlich BELASTENDE Pfunde abzuwerfen.

Aber mehr soll es eigentlich auch nicht sein...

Die  F r e u d e   am LEBEN muss doch erhalten bleiben.
Und da gehört vielleicht für den einen mal was Süßes (im größeren Doppelpack) dazu,
für den anderen eine Pizza oder Fleischsalat-Brötchen...
(übrigens dann auch mal meine Richtung )

Dank einer MB-geprägten Stoffwechsel-Änderung  k ö n n e n   wir auch wieder heraus
aus einer (das wissen wir) ungesunden DAUER-Ernährung.

Und  d a s   finde ich so wunderbar ..
Dass wir wissen, es muss kein "FÜR.IMMER.UND.EWIG.ZU.VIEL" Essen mehr sein,
weil wir wieder leicht in UNSER Essen finden.

 action <----- für jedes winzige Gefühlchen an Bedauern
und  beifall für deinen Beitrag!!

LG
Gabi
Gespeichert

  • Mary_1970
  • Bastel-Freak
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Herkunft: Bayern
  • Beiträge: 350
  • Urlaub
Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #2 am: Samstag, 12. April. 2008, 07:22:07 »

Hallo Inita,

genau solche Berichte geben einem die Kraft immer wieder mit Metabolic weiterzumachen.

Ich bin ja auch schon viel lockerer geworden und siehe da, es geht immer noch was nach unten.

War diese Woche sogar 2 x beim Frühstücken und siehe da, ich konnte genauso im Plan bleiben, denn Mittag und Abendessen waren dann wieder 100-prozentig und die 3 Mahlzeiten überschreite ich auch nie.

Hast Du jetzt eigentlich heute Morgen was gegessen?

Also Deine Erfahrungsberichte sind für mich eine derartige Berreicherung - vielen Dank 

Ich war heute morgen schon wieder beim Joggen und ich glaube ich werde langsam süchtig  seit letztem Samstag gab es bei mir keinen Tag ohne Sport. Mein Mann meinte schon, dass er in meinem Leben wohl keine besondere Rolle mehr spielt, nur weil ich mich nach 7 Jahren Kindern und Haushalt auch mal wieder mit mir selbst beschäftige und ... mir geht es gut  . Die Kinder werden viel weniger geschimpft und der Haushalt läuft wie von selbst.

Nun wünsche ich Dir einen schönen Samstag, ich werde bestimmt einmal am Wochenende schummeln und das ganz ohne schlechtes Gewissen nur mit ganz viel Genuß 

liebe Grüße

Maria
Gespeichert

Mary_
MB-Beginn 26.02.2008

  • Paulinchen5
  • Bastel-Profi
  • *****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Herkunft:
  • Beiträge: 3.043
Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #3 am: Samstag, 12. April. 2008, 07:51:08 »

Hallo Inita,

ja, wir verstehen, was Du meinst. Und: Du hast heute Nacht was wirklich Wichtiges geschafft! Du hast Dir hier Deine Gedanken gemacht zu dem Hunger, zu den Ausrutschern. Ich finde es gut, wie Du das analysierst. Denn wenn wir den Ursachen auf den Grund gehen, lernen wir damit umzugehen und vor allem - dass es nicht Essen sein muss, mit dem wir irgendwelche unangenehmen Lebenssituationen kompensieren. Dieses Reflektieren hat es bei mir früher nicht gegeben. Es wurde gefuttert ohne Hirn mit den Gedanken "Ist mir egal, ich brauche das jetzt! Danach geht's mir besser". Das war IMMER ein Trugschluss. Was brauchen wir wirklich? Wenn wir tatsächlich zu dem Schluss kommen: Es muss ein Fleischsalatbrötchen sein! (wir lassen uns in Gedanken den Geschmack auf der Zunge zergehen und wissen: ja das soll's sein) Na dann essen wir es! Ich habe leider wirklich noch Rückfälle in alte Zeiten. Ganz oft klappt es: Ich esse ein von mir gewünschtes Stück Quarkkuchen, lass mir das wirklich auf der Zunge zergehen, trinke meine Tasse Kaffee dazu und bin glücklich. Aber dann gibt es andere Tage, da esse ich den Kuchen und dann denke ich "na, nun ist eh schon egal. Jetzt habe ich geschummelt, da dürfen es noch ein paar Biokekse sein, ein Rippchen Bitterschokolade und wenn's hart auf hart kommt, auch noch Nüsse. Und dann ist es KEIN Genuss mehr! Dann tut es hinterher weh, weil ich mit Magenkrämpfen und schlechten Gedanken bestraft werde. Und was für mich selbst noch schlimmer ist, ich beobachte an mir, dass ich dann sogar manchmal versuche, dies "heimlich" zu machen. Also so, dass mein Freund es nicht mitkriegt. Was für ein Quatsch, er hat mir noch nie gesagt, auch früher nicht, "Du isst zu viel". Das heißt für mich: Ich schäme mich für mich selbst. Puuuh, das sind für mich schlimme Erfahrungen.

Ansonsten erfreue ich mich wie Inita an dem großen Glück, dass mein Körper mittlerweile selbst zu MB zurückwill. Eine andere Ernährung ist für mich schlichtweg unvorstellbar geworden und ich habe nicht mehr den Gedanken "hoffentlich bleibt das so!", sondern ich habe die 95%-ige Sicherheit gewonnen, dass es so bleibt.

Im Moment läuft's für  mich gut. Ich hatte nach dem Urlaub zu viel Knäckebrot (natürlich mit Kokosöl oder Butter) in mich reingestopft. Irgendwann (letztes Wochenende) war ein Punkt erreicht, da war's genug. Am Montagmorgen hatte ich 63,7 kg - so viel wie seit Sept. 07 nicht mehr. Es war aber nicht schlimm, ich hatte keine Angst vor Jojo - komischerweise. Ich war auch ein paar Tage über 63 ohne sofort - wie bisher - die Notbremse zu ziehen. Ne, an diesem Montag hatte ich keine Lust mehr, so weiterzumachen. Diese Woche war dann MB-Essen angesagt - ohne Abwiegen. Morgens und mittags gab's Brot zum Essen 1x Reis, 1x Dinkelnudeln), abends nicht. Zweimal gab es Alkohol (am Dienstagvormittag 1 Glas Sekt im Büro, abends 2 Gläser, weil mein Freund Geburtstag hatte - da war ich aber auch betrunken - hicks) und gestern Abend habe ich den Rest Sekt getrunken.

Heute Morgen stand auf der Waage: 61,3. Und so habe ich für mich folgenden Schluss gezogen. Diese Knäckebrotphase (ab und zu gab's da auch Schokolade...) musste irgendwie sein, ich weiß zwar nicht wieso, aber es ist so. Und ich weiß, so richtig wohl (und hier meine ich körperliches Wohlbefinden, gute Laune usw.) fühle ich mich heute, wenn ich mich an die MB-Grundregeln und nicht mehr an den Plan halte, wenn ich maßvoll Sport treibe und mir Zeit für mich gebe. Dennoch sitzt der Schweinehund dauernd neben mir und schaut mich mit seinem Hundeblick bettelnd an. Mal gebe ich nach, mal nicht.

Liebe Grüße

Paulinchen
Gespeichert

Start MB nach MB-Buch: 23.05.2007 (84,5kg)
Start MB nach Plan: 09.06.2007
Erhaltungsphase seit: 19.10.2007 (+/-63kg)
creadoo
« Antworten #3 am: Samstag, 12. April. 2008, 07:51:08 »

Anzeige:
 Gespeichert
  • püppchen
  • Gast
Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #4 am: Samstag, 12. April. 2008, 09:01:51 »

Danke, Ihr Lieben, war gut zu lesen!
Ich finde ja auch immer, daß die Diskussion ums Abnehmen und so einfach arg ist wenn man darüber nachdenkt, wie viele Menschen auf der Welt hungern. Da krieg ich dann immer ein arg schlechtes Gewissen!!!
Was mich an meinem Verhalten aber schockiert ist nicht, DASS ich was Süßes esse, sondern daß ich es mir ohne Sinn und Verstand und OHNE Genuß einwerfe!!! Es runterschlinge, als stünde die nächste Hungersnot bevor und das noch möglichst heimlich (gell, Paulinchen!!!!). Und dieses Verhalten hatte ich jetzt monatelang nicht. Ich merke auch, daß ich mein MBEssen reinschlinge, nicht genußvoll zelebriere, wie ich es am Anfang gemacht habe.
Also, mein Verhalten beunruhigt mich ein bißchen. Aber ich werd mich beobachten und versuchen, mich zu "bessern". Und natürlich klopfen, klopfen, klopfen........
Schönen Tag!!!! Püppchen
Gespeichert

creadoo
« Antworten #4 am: Samstag, 12. April. 2008, 09:01:51 »

Anzeige:

 Gespeichert
  • LadyInTat
  • Bastel-As
  • *****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Herkunft: Oberfranken
  • Beiträge: 2.146
  • MB-Start 17.07.07 mit 115kg
Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #5 am: Samstag, 12. April. 2008, 09:09:05 »

Ich danke Euch, ich kann das mittlerweilen genauso sehen. Hatte Di-Do "Ausfalltage", aber seit gestern wieder im Plan, als wäre nix gewesen. Der Einstieg war ein Klacks, anders als die letzten Male.

Püppchen: Gleiche Baustelle bei mir. ICH KANN EINFACH NICHT LANGSAM ESSEN. Nein, halt, das stimmt net! Gestern im Restaurant war ich die letzte! Es liegt also wahrscheinlich bei mir an der Umgebung, in der ich esse. Früh und mittags im Büro, abends meistens vor dem Fernseher Oops Oops Oops

Da greif ich als nächstes an!
Gespeichert



[/url]
creadoo
« Antworten #5 am: Samstag, 12. April. 2008, 09:09:05 »

Anzeige:

 Gespeichert
  • Lemontree
  • Bastel-Genie
  • *****
  • Offline Offline
  • Herkunft:
  • Beiträge: 1.307

  • Lemontree's Galerie

Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #6 am: Samstag, 12. April. 2008, 10:41:09 »

Komisch. Über genau diesen Satz bin ich auch gestolpert:

Zitat
Und bei jedem Bissen denke ich: kööööööööööööööööstlich und danke dafür, dass ich in solchen Verhältnissen lebe, mir so etwas (finanziell) leisten zu können.

Allerdings hat das bei mir nichts mit unserer Wohlstandgesellschaft zu tun. Und manchmal habe ich bei Dir, inita, auch den Eindruck, dass Du gerne besser gestellt wärst, aber als Selbständige dem typischen Leidensdruck eben jener speziellen Rasse ausgesetzt bist. Deswegen noch mein Erleben als - mal wieder - Gedankenanstoß:

Ich bin selbständig und ich lebe - trotz einem Nebenjob - am absoluten Existenzminimum. Genauer gesagt, ich lebe - nach Abzug der fixen Kosten - von EUR 200 im Monat, wenn ich nicht durch Zufall einen Auftrag habe, der mehr als die fixen Einnahmen einbringt. Das heisst, kein Essen gehen, keine Klamotten, keine Kosmetik. Hier geht es wirklich darum, mir von EUR 200 im Monat mein tägliches Essen zu finanzieren. Und - gerade seit MB - esse ich gerne gut.

Ich merke, dass ich, wenn ich finanziell nicht so knapp bin, Schweinewauwau wesentlich leichter ignorieren und in die Wüste schicken kann. Komischerweise tauchen dann nämlich Gelüste überhaupt nicht auf. Mir ist das so in den letzten Monaten bewusst geworden. Ich habe es schon mal an anderer Stelle geschrieben. Seit etwa 15. Dezember arbeite ich nur noch für das Finanzamt. Anfang Januar Zahlung USt-Vorauszahlung 4. Quartal 2007, Ende Januar Zahlung USt für das gesamte Jahr 2006, weil noch keine Vorauszahlungen in diesem Jahr. Ende Februar Zahlung ESt für das gesamt Jahr 2006, weil noch keine Vorauszahlung und, weil ich alle offenen Posten eingetrieben hatte, um diese Zahlungen überhaupt leisten zu können, eine Riesen-USt-Vorauszahlung (für meine Verhältnisse) Ende März. Ende April noch einmal eine Unfallversicherung, die ich gerade von meiner Mutter übernommen habe. Erst dann darf ich wieder atmen. Ich habe NOCH NIE SO LANGE von SO WENIG Geld gelebt. Nachgedanke: Der Übergang zwischen Vorauszahlungen und nicht Vorauszahlung ist das heftigste im Leben einer Selbständigen.

Jetzt ist es so, dass das jetzt auch genau die Zeit war, in der ich MB frei Schnauze gemacht habe. Und ich denke, dass das auch etwas mit der finanziellen Situation zu tun hatte. Mir ist gerade jetzt, wo ich endlich wieder bereit bin weiter zu machen, Folgendes aufgefallen: Ich bin wieder mit weißen Bohnen und Brokkoli zufrieden.

Ich will damit sagen, dass ein Armeleute-Essen, wie weiße Bohnen mit Brokkoli auf einmal wie ein Gourmetessen schmeckt, ich voll damit zufrieden bin, WEISS, dass das MB IST und komme OHNE Gelüste davon. Als ich während der finanziell knappen Zeit weiße Bohnen mit Brokkoli essen sollte, habe ich von Roggenvollkornpizza, Lammfleisch, eingelegten Antipasti und was der Geier was geträumt. Alles Dinge, die ich mir "nicht leisten" konnte. Und genau da kommt dann so ein Gedanke, wenn ich mir "das gönne", wie "köstlich, herrlich, dass ich mir das leisten kann" ins Spiel. Wenn ich Geld habe (und sei es auch nur ein klein wenig), denke ich das nicht.
Gespeichert



creadoo
« Antworten #6 am: Samstag, 12. April. 2008, 10:41:09 »

Anzeige:

 Gespeichert
  • Hundefan
  • Gast
Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #7 am: Samstag, 12. April. 2008, 12:15:40 »

Ja, toll von Euch zu lesen, dass diese Flash-Backs normal
sind. Ich hatte vorgestern einen, sinnloses stopfen von
Süßem, ohne zu genießen, nur rein.
Warum? Na ja, erst mal denke ich, so mache ich es ja seit
Jahren, und nach 11 Wochen MB bin ich ja noch lange nicht
über den Berg.
Ich habe nachgedacht (mit einem dickem Bauch, Übelkeit,
Enttäuschung und völligem Unverständnis.....wie bei Dir
Püppchen).
Es war Donnertstag: Eine Freundin/Kollegin erzählt mir, dass
ihr Exfreund (der sie verlassen hat und den sie immer noch liebte)
in Griechenland und seltsamen Umständen erschossen wurde Hundeaugen.
Und meine Freundin maschiert am Abgrund und ich weiß nicht was
ich machen soll. O.K....in den Arm nehmen, sagen ich bin da.
Aber was bei mir bleibt ist Hilflosigkeit. Und was tu ich dann?
Ich essse, nee..........stopfe.
Jetzt kann ich nicht mehr weiterschreiben, weil ich einen
Migränekopp habe, und den schon seit drei Tagen. Bin traurig, weil
mein Stress/Hamsterrad diese Woche wieder voll durchgekommen ist.
Ich habe nicht auf mich aufgepasst.
Mehr in meinem TB.
Anja
Gespeichert

creadoo
« Antworten #7 am: Samstag, 12. April. 2008, 12:15:40 »

Anzeige:

 Gespeichert
  • Donau
  • Gast
Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #8 am: Samstag, 12. April. 2008, 12:33:05 »

Wenn ich sündige, habe ich leider keine Magenschmerzen, mir wird nicht schlecht, manchmal schlafe ich kürzer oder weniger gut. That´s it. Ich hätte lieber manchmal eine "Bremse" dieser Art. Und so kommt es, dass ich 3 Tage hintereinander schlemme, was meiner Waage nicht guttut..und mir den Einstieg schwerer macht.

Langsam essen kann ich alles, was mir nicht wirklich schmeckt  icon_lol
Wenn ich aber etwas esse, was ich mag, fange ich mit dem an, was ich am wenigsten mag. Und hebe mir so das Beste zum Schluß auf.
Bei Spargel z.B, esse ich erst die Stangen und dann den Kopf. Mein GG macht das genau anders rum icon_lol

Ich bin in der glücklichen Situation, genug Mittel zum Leben zu haben: Natürlich kann ich auch nicht einkaufen wie ich gerne manchmal würde...
aber es geht mir gut. Und mir tut das Herz weh, weil es nicht allen gleich gut geht.
LG
D.
Gespeichert

creadoo
« Antworten #8 am: Samstag, 12. April. 2008, 12:33:05 »

Anzeige:

 Gespeichert
  • Lemontree
  • Bastel-Genie
  • *****
  • Offline Offline
  • Herkunft:
  • Beiträge: 1.307

  • Lemontree's Galerie

Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #9 am: Samstag, 12. April. 2008, 13:24:24 »

... aber es geht mir gut. Und mir tut das Herz weh, weil es nicht allen gleich gut geht.

Donau, so schlimm empfinde ich meine Situation nicht. Ich habe mir hier sehr viel aufgebaut, habe eine hübsche Wohnung, habe sehr sehr viel selbstgemacht - worauf ich natürlich erst recht stolz bin. Und habe auch sehr viele Sachen, die viele andere sich nicht leisten. Einfach, weil ich sie schön finde, und mir das wichtig ist. Wenn ich mal zu Geld komme, erfülle ich mir genau DEN Wunsch, den ich habe. Von Ersatzbefriedigungen und faulen Kompromissen halte ich schon lange nichts mehr. Aber ich merke, dass sich finanziell angespannte Monate, vor allem wenn sie sich so hinziehen wie eben, ziemlich krass auf mein Essverhalten, und zwar auch auf dieses "sich Etwas gönnen" auswirken. Und zwar eigentlich - für mich - nachteilig.

Das ist auch das, was ich damit ausdrücken wollte. Das, was ich in diesen Zeiten als nachteilig empfinde, ist das überhaupt einer? Lediglich mein Kopf suggeriert mir doch etwas anderes, während ich sonst mit dem völlig zufrieden und glücklich bin. Und ich denke, auch da ist ein Ansatzpunkt, der zu fehl- bzw. fremdgesteuertem Essverhalten führen kann. Für mich ein Grund mehr, auch für solche Zeiten in Zukunft besser für mich zu sorgen und vorzusorgen.
Gespeichert



creadoo
« Antworten #9 am: Samstag, 12. April. 2008, 13:24:24 »

Anzeige:

 Gespeichert
  • Donau
  • Gast
Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #10 am: Samstag, 12. April. 2008, 15:59:44 »

Lemon, ich habe das auch nicht nur auf dich bezogen gemeint, es geht mir generell so. Habe ein sehr ausgeprägtes Helfersyndrom   icon_lol

 knutsch
Donau
Gespeichert

creadoo
« Antworten #10 am: Samstag, 12. April. 2008, 15:59:44 »

Anzeige:

 Gespeichert
  • kerstin61
  • Gast
Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #11 am: Samstag, 12. April. 2008, 18:46:25 »

Danke euch allen für eure Offenheit, denke ganz viel nach, über mich, über euch und komme mb jeden Tag ein Stückchen näher.
Ach Mensch, ich würde euch sooo gern kennenlernen in München und es führt terminlich kein Weg rein. Aber ich werde an euch denken.
Einen schönen Abend,
Kerstin
Gespeichert

creadoo
« Antworten #11 am: Samstag, 12. April. 2008, 18:46:25 »

Anzeige:

 Gespeichert
  • inita
  • Gast
Re: Wie kann ich am besten mit einem "Flash-Back" umgehen?
« Antworten #12 am: Samstag, 12. April. 2008, 22:25:24 »

Hallo, Ihr Lieben!  Herzlich Danke für Euer vielfältiges Echo, das vielfältige Gedanken auslöst und auch mich immer mehr einer Lösung näher bringt ...

Ein "ruhiger" Tag neigt sich dem Ende zu. Maria, ich habe heute früh bis sechs hier im Internet rumgedaddelt und bin dann schlafen gegangen. Ohne Hunger. Ich kann mich jedenfalls nicht mehr erinnern, dann noch Hunger gehabt zu haben. Und dann hab ich heute früh um halb elf gefrühstückt und heute abend um halb sieben die erste Hauptmahlzeit gegessen. Also mit einer langen Pause dazwischen, in der totaler Friede in meinem System herrschte. So als würde der Körper vertrauen, dass er heute schon noch was zu essen sieht. Und jetzt gibt´s dann noch einen leckeren Joghurt, bevor ich schlafen gehe.

Meine Gott, wie so ein Joghurt heutzutage schmeckt!

Nun, wenn wir durch MB beginnen, neue Vorlieben zu entwickeln, wie du das Joggen, Maria, dann finde ich das wunderbar. Hinter all unseren Fressorgien waren doch vielleicht auch andere Bedürfnisse verborgen, die wir jetzt langsam entdecken und umsetzen. Tja, und dein Männe muss sich halt ein bissel Mühe geben um dich - ist doch auch nicht schlecht  . Nicht dass seine schlanke Frau noch einem anderen Jogger über den Weg läuft ...

Gabi, es ist genau wie du schreibst: Ich möchte raus einer einer ungesunden Dauer-Ernährung. Und ich mache dafür nicht mal unsere Gesellschaft für verantwortlich. Als ich im Mai 2007 mit MB anfing, war ich tief verzweifelt. Ich ass einen Teller Nudeln und dachte: und was ess ich jetzt? Klar, ein Tiramisu. Und nach dem Tiramisu: und was ess ich jetzt? Eine Pizza ...

In mir war nicht der geringste Gedanke: Ich bin zu dick, ich muss abnehmen. Das hatte mich überhaupt nicht mehr interessiert. Mir ging es wie vielen hier: ich litt unter einer optischen Täuschung, wenn ich in den Spiegel blickte. Aber ich fühlte sehr genau, dass ich dabei war, meinen Körper und damit mein Leben zu zerstören.

Und wenn ich jetzt noch ein wenig ängstlich und ein wenig unsicher bin, dann ist es nicht, weil ich ein Kilo zunehmen könnte oder weil ich gar wieder 26 Kilos zunehmen könnte - ich war bislang eher ängstlich, ob es wieder einen Absturz in die alten Gewohnheiten gibt.

Ich weiss aber, dass wenn ich meine "gute Ernährung" beibehalten will - und das ist es, was ich wirklich will - es wichtig ist, alle Ausreißer wirklich anzunehmen, denn es ist so Anja, wie du schreibst: weder nach 11 Wochen noch nach 11 Monaten ist man überm Berg.

Eine Freundin, Ernährungsberaterin, hatte mich gewarnt. Sie sagte: denke nicht, dass eine Ernährungsumstellung leicht sei. Die ersten Wochen ist man euphorisch, weil man denkt, man habe es "geschafft" (und je nachdem, wie man so "gepolt" ist, ist das auch die Zeit, wo man Leuten kluge Vorträge über Ernährung hält  fies). Und dann kommen die Rückschläge und das ist der erste wirklich Lernschritt, dass man dann gelassen und akzeptierend bleibt. Und wieder zurückkehrt. Wie eben ein Kind laufen lernt, hinfällt und wieder aufsteht.

Es ist, wie du sagst Gabi, wir trainieren uns darin, wirklich wieder zu spüren, was wir brauchen. Vielleicht sind wir deshalb in dieser Hälfte der Welt inkarniert?

Ja, Paulinchen, futtern ohne Hirn. Das war es, was mich fast um den Verstand gebracht und an den Rand der Verzweiflung getrieben hat über viele Jahre. Und wenn es heute mal wieder passiert, ist es wichtig, es wahrzunehmen. Auch wahrnehmen, dass man sich schämt. Und sich dafür wieder anzunehmen. Du verstehst, was ich meine? Es ist in Ordnung, dass du einen Ausrutscher hast, dass du versuchst ihn zu verheimlichen und dich dafür schämst. Wenn w