Ich habe keine Kraft mehr.

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Autor Thema: Ich habe keine Kraft mehr.  (Gelesen 5563 mal)
bencharis
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« Antwort #30 am: Freitag, 22. Oktober. 2010, 11:17:38 am »

Liebe Joy, darf ich mich in den Reigen der Mitfühlenden und, soweit es möglich ist, der Mittragenden einfügen? Während meiner Berufstätigkeit konnte ich in ähnlichen Situationen beraten und helfen. Aus der Ferne und mit den wenigen Informationen kann ich natürlich keine fundierte Diagnose stellen. Aber ich habe den Eindruck, dass bea111 schon die richtige Richtung angesprochen hat. Das Wichtigste ist: Du bist kein hoffnungsloser Fall!!! Es mag sein, dass der Ausweg aus der Situation schwierig wird, aber Du kannst Dich auf den Weg machen. Es lohnt sich! Ein Therapeut in der Nähe zum Reden und Aufarbeiten ist sicher sehr sinnvoll. Solltest Du Rückfragen haben, dann erreichst Du mich auch unter: kraft-beratung@onlie.de Mit guten Wünschen grüßt vom Bodensee, Rainer (bencharis).
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Hoppsala
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« Antwort #31 am: Dienstag, 08. März. 2011, 09:13:16 am »

Hallo Joy,
ich bin neu hier und lese daher jetzt erst hier.
Der Schlaganfall deines Mannes ist für alle Beteiligten ein Einriß. Er muss mit der Veränderung klar kommen. Hat er neben der Halbseitenlähmung weitere Einschränkungen? Macht er Physio- oder ERgotherapie? Meine Erfahrung ist, dass eine Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige wirklich eine Menge bringen kann, wenn man offen ist. Mir scheint (was völlig verständlich und normal ist), dass dein Mann bis  zu deinem letzten Eintrag hier, Hoffnungen und sich aufgegeben hat. Er hat die Krankheit nicht akzeptiert und vll spielt Scham eine Rolle??? Ihr müßt für euch sorgen, um zueinander zu finden. Es ist ein Neuanfang, da man leider nicht anknüpfen kann an das Bisherige. Der Schlaganfall hat vieles verändert, in Frage gestellt und aufgewirbelt. Wünsche euch das Beste!

@Bea
Es kann gut sein, dass so ein Einschnitt Betroffene UND Angehörige deppressiv werden lassen. Es las sich auch für mich so, Bea.

LG
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joy245
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« Antwort #32 am: Mittwoch, 22. Februar. 2012, 23:33:18 pm »

Ich habe mich lange nicht gemeldet. Erst einmal vielen vielen Dank für all Eure lieben Antworten.
Leider muß ich zugeben das sich nicht viel geändert hat. Wie oft wollte ich meinen Mann schon verlassen. Er setzt mich dann unter Druck und sagt er tut sich was an. Das ist nicht fair. Zeitweise versucht er sich Mühe zu geben. Er ist agressiv geworden. Hat das Training längst ganz eingestellt. Vom Arzt hat er Antidepressiva bekommen. Die nimmt er nicht. Ich habe mich vollkommen von allem und jedem zurückgezogen. Manchmal denke ich mich gibts gar nicht mehr. Ich hab aufgegeben. Ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll.
Ich bin nur noch traurig und kraftlos.
Ich hätte nie gedacht das ein Mensch sich so verändern kann. Mein Mann war früher also vorm Schlaganfall immer für mich da. Hat alles für mich getan. War charmant. Hat mir oft Blumen mitgebracht. Und jetzt ist er genau das Gegenteil. Ich weiß nicht, aber ich vermute das irgendwann einfach genug ist und ich gehen werde. Ändern wird er sich nicht mehr.
Nochmal lieben Dank an Euch alle.

Eure Joy
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sockenstrickerin-biggi
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« Antwort #33 am: Montag, 23. April. 2012, 12:19:33 pm »

Hallo Joy,

ich kann dich sehr gut verstehen.
Mein Mann hatte vor 3 Jahren einen Schlaganfall. Und die Wesenveränderung gehört einfach zum Krankheitsbild dazu.
Darf dein Mann wieder Autofahren? Wie ich verstanden haben geht er ja zu keiner Therapie mehr.
Eigentlich sollte er zur Psychotherapie gehen. Da war min Mann auch und da mußte er seine Stimme gebrauchen, wie die Dame so schön immer sagte. Geht Ihr Miteinander weg? Macht Ihr was miteinander.

Weißt du es ist schwer für einen wenn man nur zuhause sitzt und irgendwann fällt einem die Decke auf den Kopf.
Mein Mann geht auch öfters alleine raus. Das muß sein.
Ich gehe die Woche über arbeiten.
Bei uns ist es auch noch dazu so dass sich die Familie meines Mannes komplett zurück gezogen hat. Er interessiert keinen wie es ihm geht.
Sei froh dass dein Mann lebt es hätte viel schlimmer sein können.

Liebe Grüße Biggi

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modemode
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« Antwort #34 am: Donnerstag, 03. Mai. 2012, 18:50:42 pm »

Das stimmt und in diesen Zeiten zeigt sich wer denn nun wirklich ein Freund ist und wer nicht, leider ist das so, aber Kraft mal tanken und versuchen wieder etwas für sich selbst zu finden!
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