ich gehöre nirgends hin???

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Autor Thema: ich gehöre nirgends hin???  (Gelesen 1705 mal)
unruhige seele
Gast
« am: Sonntag, 17. Juli. 2011, 14:51:24 pm »

Gerade bin ich zum hiesigen Gemeindefest, ca. 10 Minuten war ich dort und habe mich einsam und verloren gefühlt. 6 Jahre bin ich regelmäßig zum Gottesdienst und zu den Verantstaltungen gegangen, mein Sohn war in der Jungschar, ich hab sogar für 3 Monate ehrenamtlich dort gearbeitet, aber außer ein paar kleinen "Hallos" habe ich keinen Anschluß gefunden. Ich gehöre einfach "nicht dazu".

So gehts mir mit fast allem hier. Seitdem ich die Stadt gewechselt hatte wegen Scheidung, finde ich keine näheren Kontakte, total isoliert.

6 Jahre bin ich immer wieder auch zu meinen Eltern gefahren, weil ich dachte "es ist alles in Ordnung", habe aber immer wieder nur festgestellt, dass ich "nicht dazu gehöre" und es hat sich keine nähere Verbindung aufbauen lassen.

6 Jahre habe ich damit verbracht, bestimmten Interessen und Hobbies nachzugehen und entsprechend Kontakte aufzubauen, aber irgendwie immer wieder das Gefühl gehabt, "nicht dazu zu gehören". So ging mir das eigentlich auch in meiner alten Ehe, im alten Job, etc.

Ich hab zwar geschuftet wie ein Schwein für Mann und Familie oder Arbeitgeber, aber letztendlich gehörte ich nicht dazu. Entscheidungen wurden ohne mich getroffen, geredet wurde nicht mit mir und ich hatte nie den Wunsch, irgendeinen Job zu vertiefen oder eine Beziehung zu festigen.  :H

Und nun fühle ich mich ehrlich gesagt furchtbar. Für was der ganze Aufwand? Wenn letztentlich doch nichts bei herauskommt?

Meine Familie kann ich vergessen, mein Sohn wird immer älter und ich weiß absolut nicht weiter... warum bin ich überhaupt hier? Für was soviel Mühe in etwas stecken, wenn sich nichts festigen lässt? Wenn alles umsonst war?

Ich weiß überhaupt nicht mehr weiter...
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bastelelch
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« Antwort #1 am: Mittwoch, 20. Juli. 2011, 21:59:52 pm »

Hallo unruhige seele,

du bist da wirklich in einer nicht sehr gut auszuhaltenden Situation. Ich glaube auch nicht, dass ich dir da wirklich helfen kann.
Aber ich hatte auch schon Phasen, wo es mir ähnlich ging, wie dir. Mir hat es immer geholfen, zu schreiben. Schreiben ist für mich eine große Befreiung, ich kann mich damit "ausleeren" und Papier ist ja bekanntlich geduldig. Auch der Autausch mit BrieffreundInnen hat mir manchmal da sehr geholfen, aber auch Tagebuch führen, Gedichte schreiben.

Und was immer wichtig ist: kreativ sein, das gibt Selbstbestätigung und ein Selbstwertgefühl. Es hilft wirklich. Nicht um sonst gehen Menschen, die wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden, kreativen Arbeiten nach.

Versuche mal , dir nicht zu viele Gedanken um dein Umfeld zu machen, sondern denke mal drüber nach, welche Fähigkeiten DU hast und wie du sie zum Einsatz bringen kannst. Vielleicht kannst du in deinem Wohnort ja mal was steigen lassen, vielleicht was für Kinder anbieten oder für ältere Menschen, was dir eben besser liegt.
Oder du könntest auch durch eine ehrenamtliche Tätigkeit in einem Altenwohnheim oder in einem Krankenhaus etc. zu Kontakten kommen und dort ist man für jeden Menschen dankbar, der sich bemüht und kümmert (Besuchsdienste usw.). Ich kenne dich ja nicht, aber

- bist du musikalisch? Vielleicht hast du ja Lust, einmal die Woche in einem Kindergarten mit den Kindern zu singen oder vorzulesen?
- spielst du gerne Theater? Vielleicht gibt es ja in deiner Nähe ein Elterntheater oder eine Gruppe, wo noch Leute gesucht werden.
- bist du kreativ? Wem kannst du noch was beibringen? In Grundschulen werden oft Leute für die Mittagsbetreuung gesucht o.ä.
- was möchtest du selbst noch lernen? Vielleicht eine Sprache? Oder Noten? Schau dich doch mal bei einer VHS im Programm um oder beim Bildungswerk

Es wäre so wichtig, dass du auf andere Gedanken kommst. Stell dich mal in den Vordergrund und denk nicht zuviel über andere nach, so baust du nur eine Mauer um dich herum. Öffne dich erstmal dir selbst, bevor du es von anderen verlangst.

Ich wünsch dir was!  :knutsch:

elchi
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unruhige seele
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« Antwort #2 am: Samstag, 23. Juli. 2011, 17:23:05 pm »

danke für die aufbauenden Worte und die vielen Ideen.

Im Moment seh ich keine Möglichkeit, meine Fähigkeiten einzubringen, hab schon viel ausprobiert, aber nichts war von Dauer...

ich hab mich damit getröstet, dass es vielleicht einfach nicht sein soll  :glubsch:, womöglich weil etwas anderes auf mich wartet... :grinsen:

Wenn irgendwo etwas nicht funktioniert, muss das ja auch einen Grund/Sinn haben, den ich vielleicht erst später erkenne...
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schlamunzel
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« Antwort #3 am: Samstag, 23. Juli. 2011, 19:28:02 pm »

Hallo Seele,

ich versuche mir gerade deinen "Alltag" vorzustellen - geht aber halt nicht, weil Du nicht wirklich viel von deinen Lebensumständen schreibst.

Bastelelch halt schon einige Hinweise/Tipps gegeben. Das z.B. mit dem Besuchsdienst wäre doch was Tolles.

Was hattest Du denn auf dem Gemeindefest erwartet?
Gerade auf solchen Festen triffst Du auf viele Menschen, die nur dort sind um gesehen zu werden, nicht um Kontakte zu schliessen.

Weshalb übst Du denn Dein Ehrenamt nicht mehr aus?
Setzt doch dort wieder an,  um aus deiner Einsamkeit herauszukommen.

Eine
gehabt, "nicht dazu zu gehören".  im alten Job, etc.

Ich hab zwar geschuftet wie ein Schwein für Mann und Familie oder Arbeitgeber, aber letztendlich gehörte ich nicht dazu. Entscheidungen wurden ohne mich getroffen, geredet wurde nicht mit mir und ich hatte nie den Wunsch, irgendeinen Job zu vertiefen oder eine Beziehung zu festigen.  :H


Na wenn Du nicht den Wunsch hast was zu vertiefen, kannst Du es doch auch nicht von jemanden anderen verlangen.
Eine Arbeitsstelle braucht man doch eh in erster Linie um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und wenn Du nicht einer Führungsposition bist, wirste eh selten gehört.
Was hast Du denn für einen Beruf/ Arbeitsstelle - wie schauts mit evtl. Weiterbildung aus?



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Herzliche Grüße
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unruhige seele
Gast
« Antwort #4 am: Samstag, 23. Juli. 2011, 19:56:27 pm »

schau doch einfach in meinen Blog...da steht alles, was ich beruflich gemacht habe...

das Ehrenamt habe ich nur befristet für 3 monate machen dürfen vom Jobcenter aus, dann war Schluß.

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schlamunzel
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« Antwort #5 am: Samstag, 23. Juli. 2011, 21:52:44 pm »

Hallo,

Was hat denn das Jobcenter zu bestimmen ob ich ein Ehrenamt wahrnehme oder nicht.
Ich würde an deiner Stelle schon nochmals nachfragen, ob es unentgeltlich möglich ist, weiterhin zu Helfen.


schau doch einfach in meinen Blog...da steht alles
, was ich beruflich gemacht habe...

jetzt bitte nicht böse sein. Siehst Seele, dieser Hinweis auf deinen BLog fördert nun nicht gerade eine Gesprächsbasis.
Im Grunde genommen blockst Du damit ein Gespräch und jegliche Form einer Beziehungsaufnahme ab.
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schlamunzel
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« Antwort #6 am: Montag, 25. Juli. 2011, 11:44:36 am »

Hallo Seele,

ich nehme mal an und hoffe es, der mitlesende Gast bist Du.

Beziehungen brauchen Zeit um zu wachsen und wachsen können sie nur,  wenn jeder auch die Sichtweise von Anderen hört und liest.
Wenn man immer nur seine eigene Sichtweise und Meinung bestätigt wissen möchte, wird es keine zwischenmenschliche Beziehung.
Und in der kurzen Zeit, in der du nun hier bist/warst konnte nur versucht werden, ERste Hilfe zu leisten.



Mit Menschen, die mir nur nach dem Mund reden, kann ich z.B. nix anfangen. Auch wenn es manchmal unbequem und/oder schmerzlich ist, wenn das Gegenüber gaaaanz anders eingestellt ist, so kann es sehr hilfreich sein, die Dinge von einer anderen Seite zu bertrachten..
Um seine Einstellungen zum Leben und diversen Dingen/Umständen immer wieder zu überprüfen, braucht man den Input durch Andere. Ansonsten tritt man auf der Stelle.
Das heisst nun nicht, dass man gleich 100% seine eigene Meinung abgeben muss.

Vielleicht denkst Du mal drüber nach.
Ein freundliches .... ich geh dann mal wieder wäre schon angebracht.
.


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Bailaa
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Ich bin auf creadoo...



« Antwort #7 am: Freitag, 29. Juli. 2011, 00:09:19 am »

Hallo unruhige Seele,

Du bist im Moment irgendwie nicht gerade in bester Verfassung und es ist sicherlich auch nicht ganz einfach , die Welt mal wieder von der positiven Seite zu sehen.

Ich glaube schon, dass die Leute Dich mögen, Du machst ja viele Dinge, bist vielseitig interessiert, aber ich glaube, Du bist einfach zu anspruchsvoll (ist aber nicht böse gemeint!). Der Mensch erwartet ja immer irgendetwas und meist können unsere Mitmenschen diesen Erwartungen gar nicht gerecht werden, oft einfach, weil sie gar nicht wissen, was sie tun sollen. Da muss man sich eine gewisse Gelassenheit angewöhnen, was zwar schwer ist, aber mit der Zeit gelingt es.

Und Du solltest Dir mal Gedanken machen, wie Du auf andere wirkst. Im Moment geht es Dir total mies und das strahlst Du auf die eine oder andere Weise auch aus, das ist völlig natürlich und nichts Schlimmes, aber es ist dann auch natürlich, dass andere sich da nicht so von angezogen fühlen. Je mehr Du mit Dir im Reinen bist und mit Deinem Leben klar kommst, desto besser wird auch Deine Ausstrahlung. Und jemand, der eine 'schöne' Ausstrahlung hat, der wird auch ganz anders von seinem Umfeld wahrgenommen. Wenn man mal drauf achtet, dann sieht man, dass nicht immer die schönsten Menschen gut ankommen, sondern Menschen, die eine positive Ausstrahlung haben, da kommt es nicht auf Kleidung oder Aussehen an.

Du sollst ja nicht strahlen und lustig sein, wenn Dir eigentlich zum Heulen ist, aber zum Beispiel musst Du drauf achten, dass Du möglichst immer ein freundliches Gesicht machst. Schau Dich mal im Spiegel an, so, wie Du halt normal schaust. Da wirst Du Dich wundern, wir gucken nämlich fast alle ziemlich böse, wenn wir einfach nur so vor uns hin gucken.

Für schüchtern Menschen ist es nicht so einfach, den richtigen Anschluss zu finden, aber es ist auch nicht unmöglich, man muss halt ein wenig an sich arbeiten, das kann auch dauern, aber irgendwann hat man damit Erfolg.

Jeder will irgendwo dazugehören, aber das ist nicht das wichtigste im Leben. Man muss erstmal zu sich selber finden und dann kommt der Rest irgendwie von allein, aber man darf halt nicht ungeduldig drauf warten.

Ich drücke Dir weiterhin die Daumen, dass bei Dir alles gut läuft und ich denke, jemand, der sich so bemüht, der wird auch irgendwann Erfolg haben.

Liebe Grüße
Bailaa
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