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Grundanleitung - Nähen für Anfänger – Teil 1: Schnitt und Zuschneiden


Design: stebo79

Im Chat wurde ich gebeten eine Nähanleitung für Anfänger zu machen. Hier ist sie! Da dieses Thema für einen Anfänger sehr umfangreich ist, habe ich es aufgeteilt. Im ersten Teil beschreibe ich, wie man den Schnitt erstellt und den Stoff zuschneidet. Im zweiten Teil wird dann genäht. Wenn ihr irgendwelche Fragen habt könnt ihr mich natürlich gerne im Nähforum fragen! Näht wenn ihr entspannt seid und Lust dazu habt. Dann gelingt es selbst mir besser...


Material:

  • Schnitt
  • Stoff
  • Nähgarn (farblich assend zum Stoff)
  • Schnittmusterfolie mit Stift
  • Nähmaschine
  • Schere
  • Stecknadeln
  • Lineal, besser Geodreieck
  • Maßband


So geht's:

Der Schnitt
Schnitte gibt es in Schnittmuster-Zeitschriften überall wo es Zeitschriften gibt. Oder ihr kauft einen Einzelschnitt; diese gibt es übers Internet (z. B. Burdamode.com) oder wo es Stoffe gibt (z. B. Karstadt). Kauft Euch besser ein Heft, da habt ihr für das selbe Geld gleich mehrere Schnitte!

Wenn ihr wirklich noch keine Kleidung genäht habt, dann empfehle ich Euch Schnitte für Anfänger zu verwenden. Von Burda gibt es auch ein Schnittmusterheft „Nähen Quick & easy“; es erscheint aber nicht monatlich. Schaut mal im Zeitschriftenhandel… Solche Schnitte gibt es auch als Einzelschnitte. Eine ausführliche Anleitung mit vielen Zeichnungen liegt den Schnitten bei.

In dieser Anleitung erkläre ich ein Damenshirt mit kurzen Ärmeln aus Jersey, mit einem runden bzw. U-Boot-Ausschnitt. Holt Euch am besten einen ähnlichen Schnitt.


Der Stoff:
Günstigere Stoffe gibt es bei Karstadt, der Meter zu etwa 10 € (und weniger). Eine weitere Möglichkeit bietet der Versand. Empfehlen kann ich hier buttinette.de, die schicken alle 2 Monate auch ein Prospekt. Die Farbfotos stimmen sehr gut mit dem wirklichen Stoff überein. Und ihr könnt natürlich auch über das Internet kaufen – hier gibt es eine große Zahl an Geschäften! Oder ihr kauft in Stoffgeschäften; diese sind meist etwas teurer. Aber auch dort kann man Schnäppchen machen!
Die Menge hängt von eurer Größe ab. Guckt am besten bei der Schnittbeschreibung, da steht der Stoffverbrauch dabei (für Größe 36 ist eine Menge von 1,3m bei kurzem Arm ausreichend).

Ich nähe mein Shirt aus Jersey, das ist ein einer Strickstoff, der dehnbar ist. Für den Sommer empfehle ich Baumwolle. Nehmt möglichst keine reine Baumwolle, die neigt zum Knittern.


Schnittmusterfolie:
Die braucht ihr um den Schnitt vom Schnittmusterbogen abzupausen. Niemals den Originalschnitt zerschneiden!!
Fragt dort, wo ihr den Stoff kauft; da gibt es auch die Folie. Achtet darauf, dass ihr eine Packung mit Stift erwischt; das ist ein Spezialstift, der auf der Folie nicht verwischt.

Schnitt erstellen – es geht los!!
Zuerst müsst ihr eure Maße ermitteln. Messt mit dem Maßband dem Umfang an der stärksten Stelle der Brust, an der schmalsten Stelle der Taille und an der stärksten Stelle eures Hinterteiles.

Vergleicht diese Maße mit der Maßtabelle. Diese ist bei jedem Schnitt/Heft dabei. Habt ihr genau eine Größe? Glückwunsch! Alle anderen können ihr Shirt ihren Maßen anpassen. Das ist nicht schwer! Notiert oder merkt euch, welche Größe ihr an der Oberweite, Taille und Hüfte habt. Es kann auch sein dass ihr genau zwischen 2 Größen liegt!

Breitet jetzt den Schnittbogen aus. Hoffentlich habt ihr einen großen Tisch, zur Not tut es der Boden (holt euch keine Rückenschmerzen!). Orientiert euch erst mal, wo die verschiedenen Teile auf dem Bogen liegen. Die Schnitte sind immer in mehreren Größen auf dem Schnittbogen. Meist sind sie nummeriert und die Zahlen finden sich am Rand des Bogens. So findet man die Teile leichter.

Wir brauchen ein Vorderteil, ein Rückenteil und die Ärmel. Alles gefunden?
Dann nehmt jetzt einen Bogen von der Folie und legt diese über das erste Schnittteil, sagen wir das Vorderteil. Fahrt mit den Stift entlang eurer Größenlinie. Liegt ihr zwischen 2 Größen, zeichnet in der Mitte zwischen den entsprechenden Größen. Habt ihr z. B. an der Oberweite Gr. 36 und an der Taille Gr. 38, dann zeichnet den oberen Teil in Gr. 36, den unteren Teil in Gr. 38. Gleicht die Linien dazwischen an, so dass eine flüssige Linie entsteht. Schon habt ihr euren Maßschnitt! Zeichnet alle Linen und Markierungen ab, auch den Fadenlauf, Passzeichen (das sind kleine Striche am Schnitt). Beschriftet die Teile mit Namen (also „Vorderteil“ etc.).

Natürlich braucht ihr noch eine Nahtzugabe, um Nähen zu können. Es gibt viele Möglichkeiten dazu; genauso wie beim Nähen. Ich erkläre jetzt meine Methode; sie ist zugleich die einfachste und die praktischste.

Ihr habt jetzt das Vorderteil abgepaust. Nehmt jetzt das Geodreieck, oder Lineal und Maßband falls ihr keins habt. Zeichnet im Abstand von 1,5 cm außerhalb des Schnittes die Linien nach. Unten an der Saumkante zeichnet ihr im Abstand von 3 cm. An den Kanten, die mit „Stoffbruch“ bezeichnet sind, gebt ihr keine Nahtzugabe zu.

Dann könnt ihr das erste Teil entlang der äußersten Linie ausschneiden.

Mit den anderen Teilen verfahrt ihr ebenso. Auf dem Bild seht ihr das Ärmelschnittteil mit den Nahtzugaben vor dem Zuschneiden.



Zuschneiden:
Ihr braucht eine feste Unterlage, also einen größeren Tisch (der kleine Schreibtisch wird es nur schlecht tun). Zur Not weicht wieder auf den Boden aus. Achtet auf euren Rücken, macht lieber Pausen beim Zuschneiden!

Schaut in der Nähanleitung eures Schnittes, da ist ein Zuschneideplan dabei. Faltet den Stoff wie auf diesem Plan gezeigt und orientiert auch die Schnittteile danach. Das ist bei jedem Schnitt verschieden…

Wir fangen mal mit dem Vorderteil an. Es wird im Stoffbruch zugeschnitten. Der Stoffbruch bezeichnet die Kante, an der der Stoff gefaltet wurde.
Legt die Stoffbruchkante genau auf den Stoffbruch. Fixiert das Schnittteil mit Stecknadeln wie auf dem Bild zu sehen ist.


Dann nehmt ihr eine gute Schere, noch besser eine Stoffschere, und schneidet entlang den äußeren Kanten der Schnittteile den Stoff zu. Schneidet möglichst exakt zu. Bei den Passzeichen (z. B. am Armausschnitt) schneidet ihr die Nahtzugabe ca. einen halben Zentimeter ein. Das ist die Markierung für dieses Passzeichen.

Nehmt die Stecknadeln aus dem Stoff und entfernt das Schnittteil. Verstaut es am besten in einer Klarsichthülle mit allen anderen Teilen. Die Anleitung und eine Zeichnung oder Bild des Shirts solltet ihr auch dazu legen, damit ihr später noch wisst was das für ein Schnitt ist.

Schneidet das Rückenteil wie das Vorderteil zu.

Bei den Ärmeln muss jetzt der Fadenlauf beachtet werden. Der Fadenlauf verläuft parallel zu den Längskanten des Stoffes. Bei Jersey nennt man ihn allerdings Maschenlauf, denn dieser Stoff ist ja gestrickt.

Für die Ärmel müsst ihr eventuell den Stoff wieder anders falten. Schaut dazu den Schnittplan an.
Legt das Schnittteil auf den Stoff. Mit dem Maßband messt ihr von der Fadenlauflinie am Schnitt bis zu der Stoffkante. Wiederholt es an einer anderen Stelle; diese 2 Maße müssen gleich sein. Evtl. müsst ihr das Schnittteil noch ausrichten.


Schneidet den Ärmel zu. Vergesst das Passzeichen nicht!
Da der Stoff doppelt liegt, habt ihr gleich die 2 Ärmel auf einmal.

So, Zeit für eine Pause! Das habt ihr wunderbar gemacht ;-)

Im 2. Teil geht es weiter; da wird endlich genäht!

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