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Patchwork


Design: needles

Die Grundanleitung für ein wunderschönes, einfaches Patchworkmuster. Was Ihr daraus macht, bleibt Euch überlassen, Ihr könnt z.B. eine große Tagesdecke (also einen ‚richtigen’ Quilt) machen, oder eine Kissenhülle, einen Baby, bzw. ‚Crib’-Quilt, etc... Ihr müsst nur die Größe der Schablonen anpassen.

Material:
  • feste Pappe für die Schablonen
  • verschiedenfarbiger Stoff
  • Stift, Lineal und Geodreieck
  • Schere und/oder Rollschneider
  • Nadel und Faden oder Nähmaschine ;-).

So geht's:



So sieht das Muster aus. Das besondere daran ist die optische Täuschung, dass das Muster aus gebogenen Linien besteht ... dem ist nicht so, das Muster setzt sich nur aus Quadraten und Dreiecken zusammen! (Hat also auch nur gerade Nähte.)
Zuerst einmal sollte man sich einen Entwurf machen, am besten einmal eine solche Musterfläche zeichnen, dann mehrmals fotokopieren, und mit verschiedenen Farben ausmalen, um einen Eindruck zu bekommen, wie es später aussehen soll. Spielt dabei ein bisschen mit hellen und dunklen Farben, denn je nachdem, wie man das Muster ausmalt, wirkt es komplett unterschiedlich!

Dann sollte man ausmessen, wie groß das fertige Projekt werden soll. Eine Tagesdecke wird man, je nach Bettgröße natürlich, so ungefähr mit 1,40 m x 2,00 m abmessen müssen. Wie viel Stoff man für die einzelnen Farben benötigt, hängt natürlich einmal davon ab, wie groß das Projekt wird, andererseits auch davon, wie viele Farben Ihr verarbeiten wollt. Es gibt tolle Quiltsoftware, die den Stoffverbrauch berechnen kann, die ist allerdings meist auf Englisch (und mit dem amerikanischen Maßsystem, also Yards statt Meter) und kostet recht viel. Ich gebe zu, ich schätze meistens, denn das Zusammenzählen von Quadratzentimetern liegt mir nicht so ... ;-), außerdem kann man die Reste ja immer noch gut für andere Projekte gebrauchen!
Grundsätzlich ist der Stoffverbrauch = Länge x Breite des Projekts, auf das Verhältnis der Farben aufgeteilt. (Hier also ca. 1:1, da ich nur zwei Farben, relativ gleichmäßig verteilt, verwendet habe.)

Jetzt kann also der Stoff ausgesucht werden: geeignet sind grundsätzlich fast alle Stoffe, am schönsten wird es aber mit glatten Baumwollstoffen oder Baumwollmischungen. (Klassisch sind glatte, nicht dehnbare Baumwollstoffe, bedruckt oder uni-farben, die gibt es für teures Geld auch als Patchworkstoffe im ‚fat-quarter’ Format zu kaufen – etwa 30 x 30 cm glaube ich – das kommt aus den USA und ist eigentlich unnötig – imho - ;-) )

Wenn der Stoff gekauft ist, wird er zuerst einmal gewaschen und gebügelt – damit man keine unliebsame Überraschung erlebt, wenn man das fertige Teil wäscht, d.h. es soll ja nicht abfärben oder einlaufen. Hat man einen Stoff erwischt, der abfärbt, kann es übrigens manchmal helfen, ihn eine Weile in ein Bad aus lauwarmem Wasser mit einem Schuss Essig einzuweichen.

Nun braucht man Schablonen, mit deren Hilfe man am leichtesten die Formen auf den Stoff übertragen kann.
Die sehen etwa so aus:



Ich schneide sie meistens aus fester Pappe aus, und gleich mehrmals pro Form, denn beim Aufzeichnen nutzen sie sich doch etwas ab. Man muss sehr genau arbeiten, denn die Kanten der ausgeschnittenen Teile müssen ja später exakt aufeinander passen. In etwa so:



So sehen die anderen Teile für ‚Storm at Sea’ aus:





Man braucht die Teile:

A+B : großes Quadrat

C : Dreieck mit der Grundseitenlänge = Seitenlänge des großen Quadrats

D : Rhombus

E : schmales Dreieck mit Grundseitenlänge = Seitenlänge des Rhombus

F+G : kleines Quadrat

H : kleines Dreieck mit Grundseitenlänge = Seitenlänge des kleinen Quadrats

Am besten konstruiert man so:
Die kürzeste Seitenlänge des geplanten Projekts durch die gewünschte Anzahl von ‚Blocks’ teilen.
Ein Block ist eine zusammengesetzte Einheit des Musters, in diesem Fall sieht das so aus:



Dies ist sozusagen 1 ‚Musterrapport’, setzt man diese Einheit neben + übereinander,
erhält man das Muster.

Hat man Seitenlänge durch Blockanzahl geteilt, erhält man eine Seitenlänge des Blocks.
Mit dieser Seitenlänge zeichnet man sich ein Quadrat auf die Schablonenpappe.
Dieses teilt man längs in drei gleich breite Streifen und quer ebenfalls.



Dabei entstehen 9 Quadrate. Die oberen, rechten 4 Quadrate werden jetzt einmal halbiert,
so dass ein Quadrat in zwei gleiche Dreiecke geteilt scheint.



Die mittleren 4 Linien, die ein Kreuz durch ein gekipptes Quadrat zu bilden scheinen,
sind Hilfslinien und werden entfernt:



Jetzt alle anderen Quadrate in 4 gleiche Quadrate aufteilen:



Wieder, wie oben, die linken unteren 4 Quadrate halbieren:



Jetzt jeweils durch 2 kleine Quadrate eine Linie ziehen,
so dass die seitlichen Rhomben entstehen. Schwer zu erklären, deshalb lieber anschauen.



Nun wieder die Hilfslinien entfernen, dann muss das Ganze so aussehen.



Nun die Schablonen vorsichtig ausschneiden. (Wer ein spezielles Schneidbrett mit Rollschneider zu Hause hat, hat bei der ganzen Aktion natürlich einen Vorteil, ich hab keins, deswegen kann ich auch leider nicht erklären, wie es damit geht.

Jetzt können die Umrisse auf den Stoff übertragen werden.
Auf die linke Seite des Stoffes werden die Schablonen aufgelegt und ihre Umrisse aufgezeichnet.

ACHTUNG:

Bei den Dreiecken, welche die Rhomben umgeben, beide Seiten der Schablone auflegen (also quasi ‚wenden’), denn hier gibt es ‚linke und rechte’ Teile!
Man sollte mindestens 1 cm an Nahtzugabe zugeben. (Sicherer sind 1,5 cm.)

Dann wird wieder ausgeschnitten, am Ende sollten die einzelnen Stoffstücke etwa so aussehen:



Diese werden jetzt nach dem Muster (siehe Skizze) zusammengesetzt. Man legt die Teile rechts auf rechts aufeinander und achtet dabei darauf, dass die Linien genau aufeinander passen! Wenn man zu sehr ‚einhält’ oder dehnt, gibt’s nachher Dellen.
Mit Stecknadeln fixieren, dann kann genäht werden. Ob Ihr die Nähmaschine verwendet oder per Hand näht, ist Eure Entscheidung: Die Nähmaschine erhöht natürlich entscheidend das Tempo der Arbeit, per Hand genähte Quilts werden allerdings als qualitativ höher angesehen (zumindest unter Sammlern alter Quilts). Ich persönlich ziehe die Methode per Hand vor, es entsteht ein ganz besonderes Verhältnis zum Quilt, wenn man den Stoff zwischen den Fingern fühlt und das langsame Entstehen direkt miterlebt ... *schwärm*

Am besten setzt man zuerst einzelne Blöcke zusammen, also: a + 4x c (das ist die Mitte), d + 4x e (das sind die langen Seiten) und f + 4x h (die kleinen Seitenquadrate). (Über diese Methode sind die Quiltgelehrten uneins, manche empfehlen, einfach immer ganze Reihen aneinander zu nähen, aber mit der o.g. Methode hat man das Muster besser im Griff, finde ich.)
Diese Blöcke setzt man dann zusammen: nicht vergessen, dabei genau auf die angezeichneten Linien achten! Wenn man genau gearbeitet hat, sollten sie alle aufeinander passen. Falls nicht, darf man ungefähr jetzt das Fluchen anfangen ;-), denn dann geht irgendwann gar nix mehr. Wer sich mit Einhalten und Dehnen behelfen möchte, wird wiederum feststellen, es gibt Dellen und Tüten.

Ein Stück fertig zusammengesetzte Blöcke seht Ihr hier:



Und nun, wenn Ihr alle Blöcke zusammengesetzt habt, herzlichen Glückwunsch! Ihr habt Euer erstes Patchwork-Quilttop. Wie dieses ‚gequiltet’ wird, um eine richtige Decke oder einen Wandbehang daraus zu machen, dazu mehr im nächsten Handarbeitstipp!
Wenn Ihr nur ein kleines Kissen machen wollt, könnt Ihr natürlich eine Stoffrückseite und einen Reißverschluss annähen, fertig.

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