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Grundanleitung - Faszinierendes Freeform


Design: Susann0

Beim Surfen habe ich zufälligerweise Websites gefunden, auf denen Freeform Crochet and Knitting ('Freiform Häkeln und Stricken') gezeigt wurde. Da ich gerne handarbeite, mir große gleichartig zu erstellende Flächen aber immer zu langwierig sind, ist das Freeform Handarbeiten genau das Richtige für mich...

Was ist Freeform Handarbeiten?

'Freeform' bedeutet eigentlich 'wildes' Arbeiten ohne Vorlage oder Struktur. Das Stück lebt von Kontrasten.

Diese Kontraste können auf verschiedene Art und Weise gearbeitet werden: einfarbige gegen melierte Flächen, grobe gegen feine Muster, starke gegen schwache Strukturen, dicke gegen dünne Garne, runde gegen eckige Motive usw.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein Freeform Stück zu erstellen: manche Leute fertigen viele kleine Einzelstücke (in englischen Websites 'scrumbles' genannt), die sie zusammen nähen. Evtl. entstehende Löcher werden zugehäkelt oder -gestrickt.

Andere beginnen mit einem kleinen Anfangsstück und arbeiten von allen Seiten weitere Stückchen daran ('grow as you go'-Technik). Diese Technik stelle ich hier am Beispiel eines einfarbigen Täschchens vor.

Für weitere Beispiele im Internet einfach einmal nach 'freeform knitting' oder 'freeform crochet' suchen.
Material:
  • Garn
  • Häkelnadel
  • Stricknadeln
  • Sticknadel zum Vernähen der Fäden
So geht's:
Zunächst ein beliebiges kleines Stück anfertigen. Hier eine einfache Häkelrosette.
An die Rosette weitere Stückchen anhäkeln. Hier eine kurze Luftmaschenkette mit fünf 'bouillon stitches' dann in der Ecke zwischen Rosette und 'bouillon'-Kette einen Stäbchenfächer aus sechs Stäbchen, die alle in die gleichen Masche gearbeitet werden.
Die Arbeitsschlaufe wurde auf der Rückseite des Stückes mit Kettmaschen zur Mitte des Stäbchenfächers geführt. Von dort bis etwas über die Mitte der Häkelrosette wurden acht Maschen aufgenommen. Diese Maschen wurden sechs Reihen hoch gestrickt.
Das ist das (noch nicht ganz fertige) Täschchen Hier habe ich das Freeform Stück gearbeitet, dann Rückseite und Vorderseite des Täschchens glatt links direkt daran gestrickt und anschliessend die Taschenhälften zusammengenäht. Das Band ist eine lange Luftmaschenreihe, die am Taschenbeutel festgenäht ist.
Das ist ein anderes einfarbiges Freeform Stück. Hier habe ich Wert darauf gelegt, es stark strukturiert und mit vielen Kreisformen zu arbeiten. Die Kreisformen habe ich zuerst angefertigt und dann mit etwas größeren Häkel und Strickflächen verbunden. Anschließend habe ich einige der Rosetten noch mit Rüschen versehen.
Dies war mein erstes Freeform Stück. Ich wusste noch nicht, was ich erreichen wollte und habe überwiegend Flächen gefertigt. Je nachdem, wofür man es haben möchte, hat diese wenig strukturierte, aber stark gemusterte Form auch ihre Reize.
Die meisten Freeform Stücke leben von Farb- und Musterzusammenstellungen.

Hinweise: Beim einfarbigen Arbeiten ist es angenehm, zwei verschiedene Knäuel derselben Farbe zu haben. Beim Arbeiten stellt man z.B. fest, das man eine Rosette in einer bestimmten Größe haben möchte und kann sie dann mit dem zweiten Knäuel arbeiten. Anschließend muss man nicht so viele Fäden vernähen. Teile des Freeform Stücks können auch gewoben, genäht, gefilzt etc. werden. Es kann auch schön aussehen, wenn für dasselbe Garn verschiedene Nadelstärken verwendet werden.
Fertige Freeform Stücke lassen sich noch weiter verschönern: sie können mit Perlen oder Schmuckgarnen bestickt werden, gehäkelte Blüten und Blätter können appliziert werden, Satinbänder können durch Filetstellen geführt werden etc. Beim Arbeiten mit verschiedenen Farben sieht es fröhlicher aus, wenn die Einzelstücke ('scrumbles') bereits mehrfarbig sind (Häkelrosetten, bei denen jede Runde eine andere Farbe hat, Quadrate aus Streifen etc.) Man kann das ganze Stück, z.B. eine Mütze oder eine Jacke in der Freeform Technik erstellen, oder nur kleinere Stücke, die man auf den Schal oder die Tasche z.B. appliziert Arbeitet man, indem man erst die Einzelstücke fertigt und sie dann geeignet zusammen setzt, kann man auch sehr schön als Gruppe arbeiten. Im Internet fand ich ein Projekt www.geocities.com/nornsneedlework/pinkababyproject.html, bei dem für ein schwangeres Mitglied eine Babydecke gefertigt werden sollte. Es wurden dann eine Decke, Babyschühchen, ein Mützchen und ein Strampelanzug. Am Ende steht die Statistik: 19 Teilnehmer, 163 Motive und Einzelstücke, zzgl. die 'Fill-ins' (das Ganze ausfüllen zwischen den Motiven), ca. 1,4 Kilo Garne (das sind etwa 28 oder 29 50-g-Knäuel), mehr als 300 eMails in der Gesamtgröße von etwa 2,4 MB.


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