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Grundanleitung - Papierschöpfen


Design: koenig007

Selbst geschöpftes Briefpapier, gestaltete Ansichtskarten oder Ähnliches machen deshalb so viel Spaß, da man im Herstellungsprozess viele Dinge beeinflussen kann. Im Unterricht eignet sich dieses Projekt gut für eine gemeinsame Aktion der Klasse. Haben die Schüler eine bestimmte Menge gestaltet, kann man die selbst gefertigten Papiere vielleicht auf einem Schulfest vorführen (und gegebenenfalls sogar verkaufen)...

Material:
  • Papierschnipsel
  • Wasser
  • getrocknete oder frische Blüten und Blätter
  • Bast oder andere Fasern
  • Ostereier-Farben
Handwerkszeug:
  • Pürierstab
  • Schere
  • Eimer
  • Plastikgefäße
  • kleine Wanne
  • 2 kleine, alte Holzrahmen ohne Glas
  • Fliegengitter
  • mehrere Holzstäbe
  • dicker Filz- oder Fleecestoff
  • Gartenvlies
  • Alte Lappen
So geht's:
Vorbereitung:
1. Papierbrei anrühren
Papierschnipsel klein häckseln oder reißen und in einen Eimer füllen. Mit lauwarmem Wasser bedecken, umrühren und mindestens drei Tage lang stehen lassen. Je länger eingeweicht wird, desto besser lassen sich später die Papierfasern weiterverarbeiten.
Bei der Wahl der Papierschnipsel lässt sich die spätere Farbe des Briefpapiers vorbestimmen:
Zeitungspapier ergibt zum Beispiel einen grauen Ton und Toilettenpapier ein ganz weißes Papier.
2. Sieb bauen
Aus den alten Holzrahmen (ohne Glas) wird das Sieb zum Schöpfen des Papiers hergestellt. Die Größe der Rahmen bestimmt die spätere Papiergröße. Will man ein normales DIN-A4-Blatt fertigen, braucht man einen Rahmen mit den Innenmaßen 21 x 29,7 cm.
Auf den ersten Rahmen wird das Fliegengitter genagelt. Der zweite Rahmen wird lose darauf gesetzt. Dieser Rahmen hat die Funktion, den Papierrand später glatt zu halten. Zum Schluss wird noch das Vlies großzügig auf die Siebgröße zugeschnitten.
3. Blumen, Blätter, Gräser vorbereiten
Das, was später in das Briefpapier eingearbeitet werden soll, am besten sortieren. Je nach Pflanzenart ergeben sich verschiedene Muster und Farben im Papier. Es können auch getrocknete Pflanzen oder frische Blütenblätter verwendet werden. Wichtig ist, vorher alles klein zu schneiden.
4. Pürieren der Papiermasse
Die eingeweichte Papiermasse im Eimer mit einem Pürierstab zerkleinern, bis ein Brei ohne Klümpchen entstanden ist. Wird die Masse zu fest, beim Pürieren einfach etwas warmes Wasser nachschütten.
Soll das Papier später farbig werden, kann jetzt aufgekochte Pflanzenfarben oder knallige Ostereierfarben in die Masse gegeben werden.
Briefpapier selbst schöpfen:
Arbeitsvorgang Schöpfen:
Bereitzustellen sind: der Eimer mit dem angerührten Papierbrei, mehrere Gefäße zum Mischen und eine Arbeitsfläche, auf der später das feuchte Papier gestapelt wird. Dazu wird der Filzstoff und das Gartenvlies benötigt .
In die Schöpfwanne den Papierbrei füllen. Am besten mit einem Verhältnis von Wasser zu Papierbrei von 8:2 beginnen. Je weniger Wasser, desto dicker das Papier –das läd zum experimentieren ein. Als Einstieg eignet sich auch folgende Rezeptur: Zwei Rollen feines Toilettenpapier grob zerkleinern und unter Rühren in 10–15 l Wasser aufschlämmen.
Mit dem Sieb langsam senkrecht bis zum Grund der Schöpfwanne gehen; erst unten wird es wieder gerade gedreht. Jetzt vorsichtig aufwärts ziehen, damit sich die Papierfasern im Sieb verfangen können. Zum Abtropfen beide Holzstäbe quer über die Wanne legen und das Sieb darauf stellen.
Jetzt kommen Blumen, Blätter und Gräser ins Spiel: Vorsichtig auf die feuchte Papiermasse streuen.
Anschließend das feuchte Papier vom Sieb lösen. Dazu den Rahmen abnehmen und das Vlies über die nasse Papierschicht spannen. Das Sieb hochkant stellen – auf den Filzstoff – und umklappen, so dass die Papiermasse auf das Vlies kippt. Wenn das Papier am Fliegengitter festklebt, mit einem feuchten Lappen und etwas Druck lösen. Jetzt abwechselnd ein Stück Filz , Vlies und darauf die einzelnen Papierblätter schichten.
Trocknen und Pressen
Zum Abschluss müssen die hauchdünnen Bögen gepresst und getrocknet werden. Dazu eine alte Wäschemangel nehmen oder die Papiere mit dicken Büchern oder der Schöpfwanne beschweren und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Morgen ist aus dem grauen Brei festes Papier geworden. Handgeschöpft, fein gemustert und garantiert einzigartig.


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