Bodenkissen

Ein Wunsch von mir ist in Erfüllung gegangen – endlich habe ich einen Sitzsack – in extragroß (gekauft, nicht genäht). Mit der Lieferung kam auch noch Zusatzfüllung, mit der man den Sack „aufpolstern“ kann. Aber dann wäre er ja nicht mehr so kuschelig! Wohin mit der restlichen Füllung? Einfach nur aufbewahren? Nein!...

Material:

  • Über- und Unterstoff (s. u.)
  • Füllmaterial (wie für Sitzsack)
  • Garn (reißfest!!)
  • Schere
  • Stecknadeln
  • Klettband
  • Papier oder Folie
  • Stift
  • Schnur

So geht's:

Schwierigkeit: leicht
Zeitaufwand: 4 Stunden


Das Kissen besteht aus 2 Kreisen (Boden und „Decke“), und einem Streifen dazwischen, damit das Kissen auch Höhe bekommt. Die Größe kann beliebig gewählt werden!
Ich habe eine innere und äußere Hülle genäht. So kann die äußere Hülle problemlos gewaschen werden und braucht auch nicht aus ganz so stabilem Stoff zu sein (hier wäre auch Jersey denkbar – die innere Hülle ist aus nicht dehnbarem Stoff genäht).

Wie berechne ich die Füllmenge?
Das Volumen des Kissens ist Grundfläche x Höhe. Die Grundfläche berechnet sich als Radius x Radius x 3,14; die Höhe entspricht der Breite des Streifens. In cm rechnen!
Das Ergebnis dann noch durch 1000 teilen, dann erhält man die Füllmenge in Liter.

Umgekehrt kann auch von einer vorhandenen Füllmenge ausgegangen werden. Am besten legt man dann die Höhe fest – also die Breite des Streifens. Die Rechnung erfolgt dann so: Füllmenge in Liter x 1000. Diesen Wert durch die Streifenbreite teilen; dann durch 3,14 und die Wurzel ziehen. Der berechnete Wert ist der Radius des Kissens (Radius ist der halbe Durchmesser).

Wie zeichne ich das Schnittmuster?
Am besten nur einen Halbkreis zeichnen – bei einem riesigen Kissen ist das Schnittmuster sonst ziemlich unhandlich! Dazu braucht man entsprechend großes Papier – auch zusammengeklebt; oder noch besser Schnittmusterfolie bzw. nicht zu dünne Folie aus dem Baumarkt (ist billiger – und den entsprechenden Stift gibt es im Fachhandel).

Eine Nadel oder Reißzwecke in der Mitte des zu zeichnenden Halbkreises feststecken. Dann die Schnur so zusammenbinden, dass sie die Länge des Radius hat wenn sie um Reißzwecke und Stift gelegt ist. Mit diesem „Zirkel“ dann einen Halbkreis zeichnen und durch den Mittelpunkt eine gerade Linie – fertig ist das Schnittmuster!

Den Streifen schneidet man am besten in mehreren Stücken zu – auch das ist handlicher. Die Länge des Streifens entspricht dem Kreisumfang und berechnet sich wie folgt: Durchmesser x 3,14. Diesen Wert dann durch die Teileanzahl – z. B. 4. So lang wird das Schnittmuster. Die Breite ist die gewünschte oder errechnete Breite.

Am besten bei allen Teilen die Nahtzugaben gleich mit anzeichnen, das erleichtert das Zuschneiden!

Mein Kissen hat einen Durchmesser von 76m, eine Höhe von 17 cm und wird mit ca. 77 Liter gefüllt. Den Streifen teile ich in 4 Stücke auf, die jeweils 60 cm lang sind.

Hinweise:
Der Stoff für die innere Hülle sollte auf jeden Fall stabil sein. Damit das Kissen leicht gereinigt werden kann, am besten 2 Kissen nähen; in das innere kommt die Füllung, das äußere Kissen ist damit nur „Dekoration“.
Das innere Kissen wird zugenäht - es kann auch ein Reißverschluss eingenäht werden. So kann die Füllung besser eingefüllt werden, da sie während dem Füllen immer mal wieder zusammengedrückt werden muss. Eine Länge von 30 cm genügt für den Reißverschluss!
Das äußere Kissen muss eine breite Öffnung haben, damit das innere Kissen bequem eingeschoben werden kann. Da ein so langer Reißverschluss schwer zu finden und dann auch noch teuer ist und Meterware sich bei der geringen Menge auch nicht lohnt, verwende ich Klettband (Länge = Durchmesser des Kissens).

Wichtig ist mit reißfestem Garn zu nähen – also Markengarn kaufen! Die Nähte am besten 2x steppen, oder den 3fachen Geradstich verwenden. Das innere Kissen trägt die „Last“ und soll auf keinen Fall platzen!
Das äußere Kissen ist somit nur „Dekoration“ und braucht nicht so stabil zu sein. Eine schöne Variante ist übrigens Fellimitat – kuschelig!

Zugeschnitten wird dann wie folgt:
Unterstoff (der stabile):
Für den oberen Kreis das Schnittmuster 1x im Stoffbruch zuschneiden. Den unteren Kreis zweiteilig (also 2 Halbkreise), das Streifenschnittmuster hier 4x zuschneiden.
Oberstoff (der dekorative):
Für die Hülle einen ganzen Kreis zuschneiden. Der untere Kreis beinhaltet den Klettverschluss; also einen Halbkreis zuschneiden – und den zweiten mit angeschnittenem Untertritt an der geraden Kante (mein Klettband ist 2 cm breit – der Untertritt folglich auch) plus Nahtzugabe. Und die Streifenteile nicht vergessen!

Tipp: Die Hülle etwas größer zuschneiden, dann geht das Füllkissen besser hinein!

Nähen
Zuerst alle Teile versäubern.

Die Streifenteile von beiden Kissen aneinander nähen und zum Ring schließen.

Jetzt wird erst mal das innere Kissen genäht:
Den unteren Kreis an der geraden Naht zusammennähen, dabei in der Mitte eine Öffnung lassen (oder Reißverschluss einnähen!).
Streifen und Kreis Achteln. Mit Stecknadeln markieren. Dann Streifen und Kreis aufeinander stecken, dabei treffen die Stecknadeln aufeinander. Auch dazwischen feststecken!
Dann die Naht steppen. Den anderen Kreis ebenso festnähen. Kissen durch die Öffnung wenden. Füllung einfüllen und die offene Naht schließen (bzw. Reißverschluss zumachen).

Beim äußeren Kissen zunächst an den unteren Halbkreisen das Klettband annähen: an der Seite ohne Untertritt die Nahtzugaben nach innen einschlagen. Dann eine Seite des Klettbandes an diese Kante legen und beidseitig festnähen.
Am anderen Halbkreis die Nahtzugaben nach außen umschlagen (Nahtzugaben schmäler als Klettstreifen!) – es bleibt ein Untertritt in der Breite des Klettbandes stehen! Die andere Klettbandhälfte auf den Untertritt legen und beidseitig festnähen (die Nahtzugaben sind somit zwischen Stoff und Klettband).

Klettbänder aufeinander legen und damit die Halbkreise zu einem Kreis legen. Streifen an die Kreise nähen wie oben beschrieben.

Inneres Kissen in die Hülle schieben und die Hülle zu kletten.


Tipp: Stellt man das Kissen auf den Streifen, hat man einen kleinen Sitzsack oder einen Hocker für die Füße.

Design:
stebo79 am 17.07.2004 22:10:00 Uhr | 28114x gelesen

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Kommentare


Kommentar von: Xena am 2004-08-03 21:00:48

Wow, echt toll!


Kommentar von: monalila am 2004-08-05 21:41:54

Hey, das ding ist echt super und so genau beschrieben! Richtig brauchbar! DANKE!


Kommentar von: Allekto am 2004-09-11 14:11:01

Also du wirst es nicht glauben, aber das ist genau das, was ich gesucht habe...
Ich freu mich wie verrückt, dass ich eine so detailgetreue Anleitung gefunden habe!!!! Und dann auch noch diese genaue Beschreibung der Füllmenge...danach hab ich mich totgesucht ^_^ (na ja, sagen wir mal halb tot *gg*).

Jedenfalls vielen, vielen Dank für diesen tollen Handarbeitstipp!!!!

Bye Allekto


Kommentar von: Margaretha Jacob am 2004-11-20 14:13:04

Hab das Kissen nachgemacht,tolle Sache.Bin ganz happy über die tollen Möglichkeiten.


Kommentar von: Nadelchen am 2006-08-08 17:22:00

hey ich hab fast den selben Sitzsack! die dinger sin toll ,nicht?und sooooo kuschelig , du hast recht: ich habe meinen sitzsack jetzt schon 2 jahre und er wird immer bequemer! So ein "Beistell-kissen ist echt toll! muss ich mir auch machen, wenn ich besser nähen kann...


Kommentar von: Nadelchen am 2006-08-14 11:02:00

Was dein kissen hat den durchmesser 76m?? *gg*


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